Gislövs Hamn bis Burg auf Fehmarn

Sonnabend, 08. September 2007

Der Himmel ist bedeckt und der Wind kommt mit 12 bis 15 m/s aus West, entsprechend 6-7 Bft., als wir Gislövsläge und damit Schweden um 09:25 Uhr verlassen. Für den nahen Sund gibt der schwedische Wetterbericht eine Sturmwarnung heraus. Wir haben zwei Reffs im Großsegel vorbereitet und setzen noch im ruhigen Wasser des Vorhafens die Segel. Draußen empfängt uns eine ca. 2,5 Meter hohe Welle. Mit Kurs 215° beginnend, segeln wir hoch am Wind und liegen dabei stark "auf der Backe". Mehr als 4,5-5 Knoten über Grund schaffen wir nicht. Als der Wind dann später etwas nördlicher dreht und wir 225° steuern können, sind wenigstens die Kreidefelsen von Möns-Klint in Dänemark direkt und ohne Kreuzschlag anzulegen. Ab und zu kommt die Sonne durch, der Wind pendelt sich über Stunden bei 15 m/s ein. Etwa sechs Seemeilen vor dem Hafen Klintholm, vom Gefühl her fast schon unterhalb der über 120 Meter hohen Kreidefelsen, zieht der Wind stark an und legt auf durchschnittliche 20 m/s und in Böen sogar bis auf 25 m/s, entsprechend Windstärke 9 bis10 Bft., zu. Die Fock ist inzwischen auf "Handtuchgröße" gerefft, Das dritte Reff im Groß schieben wir auf, da einer von uns zum Mast müsste. Unsere Scheuerleiste ist permanent unter Wasser, überkommende Brecher machen das Segeln zu einer sehr nassen Angelegenheit. Das müssen wir nicht unbedingt haben. Drei Seemeilen vor Klintholm, die hohen Kreidefelsen machen den Wind fast unberechenbar, holen wir die verbliebene Fock und kurze Zeit später auch das Großsegel ein und starten den Motor. Gegen Wind und Welle kämpfen wir uns mit unseren vollen 65 PS mit lediglich um die drei Knoten über Grund voran. Mehr ist nicht drin. Im Nahbereich des Hafens machen wir unsere Leinen und Fender klar und befürchten beide angesichts des hohen Winddrucks handfeste Probleme beim Anlegen. Vor der Hafeneinfahrt durchqueren wir noch -jetzt mit Speed- beachtliche Grundseen, im Hafen geht dann alles absolut problemlos. Wir haben uns unnütz Sorgen gemacht! Nach 41,5 Seemeilen Tagesweg sind wir um 17:55 Uhr ohne Blessuren und stark erleichtert in Dänemark angekommen!

Sonntag, 09. September 2007

Heute scheint, wie zur Belohnung für den gestrigen Tag, nicht nur die Sonne, der Wind ist auf 8-12 m/s zurückgegangen und hat auf NNW gedreht. Mit einer kräftigen Backstagsbriese segeln wir die 34,0 Seemeilen bis nach Gedser mit einem Schnitt von 6,9 Knoten und einer maximalen Fahrt über Grund von 9,2 Knoten. So macht das Segeln Spaß! Als wir anlegen, werden wir von der Besatzung der Oden in Empfang genommen, einer Reinke 13M, die äußerlich der Aquamarin fast zum verwechseln ähnlich sieht, die sich im Innenausbau jedoch stark von ihr unterscheidet. Am Abend sind wir auf der Oden "zu einem Glas Wein" eingeladen. Es werden dann mehrere Gläser und und ein interressanter Abend. Vielen Dank dafür.

Aquamarin im Yachthafen von Gedser ...

... und die Oden unmittelbar davor

Ausflug zum Fährhafen und zur Steilküste

Sonnenuntergang

 

Dienstag, 11. September 2007

Den Montag bleiben wir noch in Gedser, den Starkwind aus West wollen wir uns segelnd nicht antun. Dafür sind die Wetterverhältnisse am Dienstag wieder akzeptabel. Es ist unterschiedlich bewölkt, der Wind weht aus Nord bis Nordwest mit 6-8 m/s. Unsere letzten diesjährigen 33 Seemeilen bis Burg auf Fehmarn legen wir ausschließlich unter Segeln zurück. Es ist unser diesjähriges Absegeln. Um 16:30 Uhr legen wir durchaus stolz über unsere Leistung mit den Gastlandflaggen aller von uns besuchten Länder unter der Steuerbordsaling (in der Reihenfolge des deutschen Alphabets) im Stadthafen Burgtiefe an.

Das trockene Wetter nutzen wir unmittelbar nach unser Ankunft, um die Segel abzuschlagen und einzupacken

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Ein kurzes Schlusswort

Wir haben mit unserer Segelyacht Aquamarin in den zurückliegenden vier Monaten Polen, Litauen, Letland, Estland, Russland, Finnland, die Alandinseln, Schweden und Dänemark besucht und dabei annähernd 2.500 Seemeilen oder 4.500 km zurückgelegt. Wir konnten uns sehr intensiv mit den ganz unterschiedlich strukturierten Ländern und ihren Bewohnern beschäftigen und haben viele bleibende und ganz überwiegend positive Eindrücke gewinnen können. Unser Törn hat uns mit vielen anderen deutschen und ausländischen Seglern zusammengeführt, was wir durchweg als Gewinn betrachtet haben. Unsere Familie, Freunde, Bekannte und Verwandte und darüber hinaus viele weitere Interessierte haben unsere Reise und unsere Erlebnisse auf dieser Internetseite verfolgt. 133 Emails haben uns während der Fahrt das Gefühl gegeben, dass an uns gedacht wird und sich die (kleinen) Mühen um unsere anfangs vielleicht belächelte Webseite gelohnt haben. Wir hoffen, dass den Besuchern von www.sy-aquamarin.de unsere Berichte Freude bereitet haben und dass wir sie alle ein klein wenig auf unserer Reise entlang der Ostseeküste mitnehmen konnten. Aquamarin ist inzwischen winterfest an Land gebracht worden und wartet auf einen neuen Einsatz im kommenden Jahr.

Es grüßen Euch alle ganz herzlich

Hans-Joachim und Bettina

 

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