Liepaja nach Pavilosta (Paulshafen)/Lettland

12. Juni 2007

Seit dem Start von der Insel Fehmarn sind wir jetzt 24 Tage unterwegs. Bis auf zwei Tage mit bedecktem Himmel hatten wir bisher nur hochsommerliches Wetter, zumeist ohne eine einzige Wolke am unglaublich blauen baltischen Himmel. Obwohl das Barometer in den letzten Tagen deutlich gefallen ist, gibt es auch am 12. Juni noch keine Wetterveränderung. Auch in Liepaja wären wir gern noch geblieben. Allein schon wegen des sich sehr um uns sorgenden englisch und deutsch sprechenden Hafenmeisters Maris Krumins, der auf jeden Wunsch eingeht und dessen Internetanschluss ich nach dem Frühstück noch schnell nutze, um meine Homepage zu aktualisieren. Anschließend zahle ich für zwei Tage das Hafenentgelt und melde Aquamarin für 11:00 Uhr ab, die Formalitäten werden vom Hafenmeister, wie in Lettland üblich, fernmündlich erledigt.

Pünktlich heißt es dann "Leinen los", die Crew von der Anemo gibt Leinenhilfe, noch einmal winken und unser Boot gleitet aus dem Hafen. Im riesigen Vorhafen setzten wir bereits das Großsegel, etwas weiter vor dem Hafen kommt die Genua dazu und mit achterlichem Wind von etwa 10-12 Knoten kommt Aquamarin schell auf Touren, um die 7 kn sorgen anfangs für eine schnelle Reise.

Die Freude währt allerdings nicht lange, nach einer knappen Stunde schläft der Südwind ein und die beachtliche querlaufende Dünung mit Wellen um die zwei Meter Höhe macht uns zunehmend zu schaffen. Wir torkeln auf Nordkurs im Wind, die Segel fallen ständig ein, es klappert und rappelt, das macht keinen Spaß. Meine Idee, das Groß zu bergen, war auch nicht besonders gut. Eher verschlimmert sich die Situation nochmals. Deshalb holen wir auch die Genua ein und setzen unseren Schlingerkurs unter Motor fort. Darin haben wir ja bereits Übung. Nach 16 sm unter Motor und nach Rundung des Kaps Steinort setzen wir wieder die Genua. Der Kurs beträgt jetzt 50°, ist stabil und der in der letzten Stunde ständig auffrischende thermische Wind schiebt unsere Yacht mit 7-8 kn die letzten 5,5 sm in Richtung des kleinen Fischerdorfs Pavilosta.

Als wir die Genua einholen und die letzte halbe Seemeilen mit Kurs 144° auf die schmale Hafeneinfahrt zu laufen, packt uns der Wind nochmals mit großer Kraft: Windböen mit bis zu 35 kn, das sind gute 7 Windstärken, schütteln uns und Aquamarin gewaltig durch.

Im Hafen geht es dann ruhiger zu. Zwar gibt es einen starken seitlichen Winddruck, aber das Wasser ist glatt. Der reizvolle kleine Hafen von Pavilosta liegt in der Mündung des Saka-Flusses. Er besitzt auch eine privat betriebene "Pavilosta Marina" deren Hafenmanager Girts Vagotins-Vagulis, man hat hier noch großes vor, uns erwartet und auch beim Anlegen behilflich ist. Er hat in Hildesheim Erziehungswissenschaften studiert und spricht deshalb fließend deutsch. Er erledigt für uns die auch hier notwendigen Formalitäten und gibt uns Auskünfte und Hinweise für einen angenehmen Aufenthalt in seinem Hafen. Und das schönste: Es gibt ein Wireless-Lan-Netz, ich erhalte das Passwort und lese erst einmal ausführlich das Göttinger Tageblatt vom 5.-12. Juni im Internet. Habe allerdings nichts Spannendes entdeckt und auch nicht das Gefühl bekommen, irgend etwas versäumt zu haben. Sorry!

Ansonsten, wir gehen (oder genauer, wir fahren) zum Einkaufen, erkunden die Umgebung und nehmen das Abendessen seit Tagen wieder einmal an Bord ein. Uns gefällts hier, vielleicht bleiben wir morgen noch.

13. Juni 2007

Wir haben in Pavilosta noch einen weiteren sommerlichen Tag verlebt. Lange geschlafen (da es erst gegen 24:00 dunkel wird, bleiben wir regelmäßig bis 1:00 oder länger auf und kommen dann frühmorgens nur schwer aus den Federn), ausgiebig gefrühstückt, mit der Tageblattlektüre im Internet, dann spazieren gegangen, am Strand gesessen, einkaufen gewesen usw. Am späten Nachmittag werden einige kleine Reparaturen am Boot erledigt und die nächsten Etappen vorbereitet. Wie schnell ist nichts getan und der Tag im Nu verbracht.

Morgen früh werden wir nochmals 200 l Diesel tanken und dann wird es nach Ventspils weitergehen.

Auch hier wieder: Menschenleerer Strand ohne Ende

Saka-Impressionen

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