In den Schären

Montag Abend habe ich in Kotka noch schnell unsere Web-Seite aktualisiert, während Bettina die Hafensauna besuchte. Anschließend haben wir gemeinsam mit dem Laptop in der Hand ein offenes W-Lan-Netz "erschnüffelt" und sind dabei bereits in der Nähe unseres Bootsstegs fündig geworden. Ich konnte ein Hotelnetz "mitbenutzen" und auf einer Parkbank vor dem Hotel sitzend meine zuvor geschriebenen Texte und die zugehörigen Fotos ins Internet stellen. Anschließend haben wir noch bis kurz nach Mitternacht im Cockpit gesessen und gelesen. Mit meinem Roman "Krokodil im Nacken" von Klaus Kordon (kann ich nur wärmstens empfehlen) komme ich wieder etwas weiter.

Dienstag, 10. Juli 2007

Der Dienstag begann direkt vom Boot aus mit einem erfrischenden Bad im klaren, knapp 20° warmen Hafenwasser. Nach dem Frühstück klinke ich mich dann nochmals auf meiner Parkbank in das benachbarte Hotelnetz ein, beantworte Emails und lese im Schnelldurchgang (Frau Fahlbusch sei Dank) das Göttinger Tageblatt. Mir stockt fast der Atem, als ich lese, dass es Rat und Verwaltung unserer Stadt jetzt zu neuen Ufern nach China drängt. Als ich Bettina diese Sensation erzähle, findet sie diesen wirklich kühnen Einfall so toll, dass sie spontan für den heutigen Bordabend ein chinesisches Pfannengericht ankündigt. Das finde ich nun wiederum toll, spricht daraus doch ganz praktisch gelebte Solidarität mit Göttingen, sogar in der Ferne!

Um 12:00 Uhr legen wir bei leichtem Südwestwind und wolkenlosem Himmel ab, nur am Horizont voraus zeigt sich ein Wolkenband. Als das dann näher kommt, brist der zuvor leichte Wind innerhalb kürzester Zeit zum Starkwind auf und wir kommen gegen Wind und Wellen nur noch mit 4-4,5 Knoten voran. Als um 15:00 Uhr nach 16,5 sm im Schutz der Insel Svartholmen (60° 21,457'N, 026° 32,345'E) unser Anker fällt, ist der Spuk schon wieder vorbei und die Sonne strahlt uns erneut an.

Auf dem Ankerplatz vor Svartholmen macht Bettina ihren spontan angekündigten China-Göttingen-Abend mit einem schmackhaften chinesischen Drei-Gänge-Menue wahr!

 

Mittwoch, 11. Juli 2007

Nach einer ruhigen Nacht beginnt der Mittwoch zunächst sonnig, von Westen ziehen jedoch Wolken auf und als wir gegen 10:00 Uhr uns endlich zu unserer morgendlichen Schwimmrunde (17,6°) aufraffen, ist der Himmel grau und fängt es an zu nieseln. Das haben wir in diesem Jahr noch nicht erlebt und wird hoffentlich nur von kurzer Dauer sein! Um 12:00 Uhr heißt es Anker auf und wir starten zum kleinen und abgeschiedenen Naturhafen Bockhamn auf der Insel Byön, ein Geheimtip! Es herrscht absolute Flaute, die See ist spiegelglatt. Wir motoren die rund 22 sm durch den Schärengarten und erreichen die nur 10 Meter breite Einfahrt zu unsrem heutigen Ankerplatz um genau 15:30 Uhr. Als wir die Enge langsam durchfahren, liegen an den meisten Felsenringen finnische Boote (deutsche Yachten haben wir bisher in Finnland überhaupt noch nicht gesehen), so geheim ist der Tip! Vom Fahrwasser aus ist die Passage kaum zu entdecken, wenn man weiter als 100 Meter von ihr entfernt ist. Segelyachten verschwinden hier einfach nur zwischen den Bäumen.

Morgens um 5 Uhr ist die Welt auf unserem Ankerplatz noch in Ordnung

Aus 100 Meter Entfernung ist die Einfahrt zum Bockhamn noch nicht zu erkennen

Hier könnte es sein

Unmittelbar vor der Einfahrt sieht man erst, wie es weiter geht

 

Wir machen nach einer langsamen Erkundungsrunde (Steine/Tiefen) an einer Mooringboje und einem kleinem Steg, zwischen zwei finnischen Motorbooten, fest und verzichten für heute lieber auf akrobatische Aktionen auf glitschigen Felsen.

Donnerstag, 12. Juli 2007

Nach dem gestrigen recht trüben Tag und nach einigen nächtlichen Regenschauern meldet sich heute früh die Sonne wieder zurück. Wir schwimmen erst einmal eine Runde "in unserem See", frühstücken ausführlich und bringen dann unser Petersburger Resumee endlich zu Ende.

Erst um 14:30 legen wir ab und starten einen Traumtörn durch eine phantastische Inselwelt. Die ersten Seemeilen müssen wir wieder direkt gegen den Wind motoren, allerdings entschädigen uns dann mehr als drei Stunden Segelvergnügen bei schönstem Wetter reichlich dafür.

Gegen 19:00 Uhr erreichen wir unser heutiges Tagesziel Porvo (Borgä), die zweitälteste Stadt Finnlands mit einem gut erhaltenen Stadtkern und nach Berichten anderer Segler mit einem besonderen Charme versehen. Die letzte Meile gleitet unser Schiff den Borgä-Fluss hinauf, vorbei an abendlich leuchtenden Schilfsäumen und langsam zusammenrückenden Uferlandschaften. Nach einem Flussbogen kommt Porvo mit seiner hübschen Uferpromenade in Sicht und um 19:30 Uhr legen wir nach insgesamt 20,8 sm am Außensteg des Gästehafens an.

 

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