Helsinki bis Kaunissaari

Sonntag 24. Juni 2007

Wir stehen spät auf, draußen ist es wieder wolkenlos und warm. Gern wären wir noch auf Blekholmen geblieben, aber die Pflicht ruft. Um 11:45 Uhr legen wir ab und setzen unseren Weg Richtung Osten erst durch den innneren, später durch den äußeren Schärengürtel fort. Es gibt viel zu sehen, allerdings können immer nur recht kurze Stücke gesegelt werden. Wir wissen noch nicht, wo wir abends anlegen werden.

An den Brücken werden Informationen zu den Öffnungszeiten gegeben. Wartezeiten sind in der Regel nur kurz.

Hier nur undeutlich zu erkennen. Das gemeinsame Teppichwaschen ist in Finnland eine übliche Betätigung.

Um 21:55 Uhr machen wir nach 63,5 sm auf der äußeren Schäre Kaunassaari (60°20,54'N, 26°46,6'E) fest. Das Barometer ist seit gestern um 5,0 hP gefallen, der Wind hat deutlich zugenommen und der Himmel hat sich gegen Abend bezogen. Wir sind froh nicht ankern zu müssen und hier noch einen der für unsere Schiffsgröße raren Plätze bekommen zu haben. Überall lauern über und unter Wasser Felsen.

Wir machen nach dem Anlegen und einem gemeinsamen Bier mit einem hilfsbereiten und nicht mehr ganz nüchternen Finnen noch einen längeren Spaziergang über diese hübsche Schäreninsel. Hier ist die Welt noch in Ordnung! Einmal am Tag kommt die Fähre, sie bringt Post und die Dinge für den täglichen Bedarf. Sie versammelt die Inselbewohner an der Anlegestelle und ist das Ereignis des Tages.

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Die Fähre ist da und löst geschäftiges Treiben aus!

Von Helsinki aus hatten wir uns per Email bei Tatiana Bykova, der Vertreterin der Kreuzerabteilung im DSV und von Transocean in St. Petersburg, gemeldet, unser Kommen für die nächsten Tage angemeldet und heute am späten Abend telefonisch nachgefasst. Die überraschende Information war, das in St. Petersburg Defence-Tage stattfinden und die russische Marine für diese große Show das gesamte sonst der Personenschifffahrt vorbehaltene Terminal benötigt. Weite Teile des riesigen Hafens werden einfach zum Sperrgebiet erklärt. Wahrscheinlich kommt auch noch Putin, was die Sache nicht einfacher macht! Einklarierungen und Zollabfertigungen sind deshalb in St. Petersburg für Yachten einige Tage nicht möglich.

Tatiana wird versuchen, bis morgen 15:00 Uhr (St. Petersburger Zeit) von den Behörden näheres zu erfahren. Bisher waren die Auskünfte widersprüchlich. Keiner weiß offensichtlich so richtig Bescheid. Für einen ungeduldigern Nichtrussen wie mich sind das unglaubliche Zustände. Wir verabreden uns zu einem weiteren Telefongespräch, morgen um 14:00 Uhr (finnische Zeit). Unsere Planungen richten wir weiterhin auf einen Absprung nach Russland morgen Nachmittag aus. Das bedeutet erst einmal, dass wir morgen früh ausschlafen können. Bis zum ausgewählten Ausklarierungshafen auf der Schäre Haapasaari (mit knapp 110 sm der absolut kürzest mögliche Weg nach St. Petersburg) sind es lediglich 15 sm, die wir morgen früh motoren werden.

Um 01:00 Uhr ist für uns der Tag zu Ende.

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