Mittwoch, 01. bis Dienstag 07. August 2007

Mittwoch, den 1. August, lassen wir uns, nach der Windvorhersage des DWD West 4-5, Südwest drehend, später um SW 4, lange Zeit. Erst um 13:10 Uhr legen wir ab und verabschieden uns nach dreitägigem Aufenthalt aus Turku.

Blick zurück auf Turku und den Aurajoki-Fluss. Links die über 100 Jahre alte Fregatte Suomen Joutsen

Nach 33,5 Seemeilen, von denen wir leider einmal mehr nur wenige segeln konnten, da der Wind immer noch westlicher als Südwest blies, lassen wir unseren Hauptanker um 17:45 Uhr in einer geschützten und einsamen Bucht zwischen den Inseln Häplot und Volot (60°11,00'N, 21°26,098'E) auf 6,7 Meter Tiefe fallen. Es folgt das Abendessen im Cockpit und eine lange, ruhige Nacht.

Am Donnerstag, den 2. August, geht es um 10:30 Uhr weiter. Unser Tagesziel ist die Ålandinsel Degerö. Bei leicht bewölktem Himmel und stark böigem Wind um die 5 Bft aus SW, haben wir 37,6 Seemeilen zurückgelegt, als wir im Inselhafen Dergerby um 16:45 Uhr mit Heckboie anlegten. Nach einem Spazier-/Erkundungsgang im Umfeld des Hafens und einem Besuch des Supermarktes verleben wir einen schönen Abend im Cockpit.

Ein wichtiger Bestandteil aller finnischen Häfen: Die Hafensauna in Degerby

 

 

Bei leichtem Nieselregen geht es am Freitag, dem 3. August, um 10:30 Uhr, weiter nach Mariehamn. Bei schwachen Winden aus Süd wird es eine gemütliche Segeltour. Nach kurzen 20,8 Seemeilen machen wir im Westhafen wiederum an einer Heckboie fest. Mariehamn ist mit etwas über 10.000 Einwohnern und im übrigen mehr als 1,5 Millionen Gästen im Jahr das Verwaltungs-, Kultur- und Wirtschaftszentrum der mehr als 6.700 (!) Ålandinseln, von denen allerdings nur etwa 60 bewohnt sind. Die zwischen Schweden und Finnland liegende Inselgruppe ist irgendwann einmal als neutral und entmilitarisiert erklärt worden, als sich Schweden und Russland wieder einmal bekriegten. Diese damals zugewiesene Sonderstellung hat Åland bis heute, auch innerhalb der EG, behalten. Zu Finnland gehörend, jedoch schwedischsprachig, autonom, selbstverwaltet und mit eigener Flagge versehen hat Åland ein eigenes Parlament, eigene Steuern und nach wie vor keine Wehrpflicht. Es ist hier irgendwie alles anders. Das gilt auch für Mariehamn. Die Stadt ist wunderschön zwischen zwei Fjorden gelegen, ihre Infrastruktur ist für unsere Verhältnisse fast sensationell. Hier fehlt es fast an nichts. Mehr als 900 km ausgebaute und (als Besonderheit) durchweg rot asphaltierte Straßen sowie ein Fahrradwegenetz von dem wir in Deutschland nur träumen können erschließen dieses Archipel. Brücken, Dämme und Fähren, davon viele und kostenlose Fahrradfähren, verbinden die Hauptinseln. Hier kann man auch ohne Boot einen aktiven Urlaub verleben, zumal die Sommer hier meistens sehr warm und sehr ausdauernd sein sollen.

Der Westhafen von Marieham, mit allem ausgestattet, was das Seglerherz begehrt

Mariehamn wird pausenlos von Fähren aus allen Richtungen angesteuert

In direkter Nachbarschaft zum Westhafen: Das Museeumsschiff Pommern auf dem wir ...

... (und im benachbarten Schifffahrtsmuseeum) einen interessanten halben Tag verbringen

Am Sonntag, dem 5. August, folgt eine 35-km Fahrradtour zur Insel Järsö, mit anschließender Cafe'-Pause

Am Montag, dem 6. August, machen wir bei strahlendem Sommerwetter einen Ausflug nach Schweden. Für die Nutzer der Häfen in Mariehamn gibt es kostenlose Fähr-Gutscheine, natürlich mit dem Hintergedanken und nach dem Prinzip der Butterfahrten, die zollfreien Einkaufsmöglichkeiten auf dem Schiff zu nutzen. Bettina hat auf diese Fahrt bestanden. Sie möchte auch einmal ohne Schräglage gefahren werden. Um 13:00 Uhr geht es los und um 18:30 Uhr werden wir bereits wieder zurück sein. Das wird sicherlich ein besonderer Spaß.

Einmal Aland - Schweden - und zurück, mit der Viking-Line

Reich beschenkt, fast wie Weihnachten

Die Alandinseln kommen wieder in Sicht ...

... und wir sind zurück in Mariehamn

Unsere Ausbeute

Morgen, Dienstag, werden wir uns endgültig von den Alands verabschieden und auf eigenem Kiel nach Schweden starten.

 

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