Von Virtsu nach Lohusala

20. Juni 2007

Um 07.00 Uhr stehen wir auf, frühstücken und verlassen nach den üblichen Vorbereitungen um 08:40 Uhr Virtsu und unseren unruhigen Schwimmsteg. Bis 05.00 Uhr früh hat sich der Starkwind aus NW ausgetobt bevor er dann langsam nachließ. Jetzt haben wir noch einen moderaten NW um 12 kn, einen strahlend blauen Himmel und es ist angenehm warm. Wir motoren (was denn sonst?) die ausgetonnte Virtsustreet in nördliche Richtung. Überall lauern Untiefen und große Steine, die Ufer sind von Findlingen gespickt. Unser neuer Plotter bewährt sich hier einmal mehr! An Segeln wäre ohnehin nur bei eher achterlichen Winden zu denken. Es macht bei dem Traumwetter trotzdem Spaß und es gibt viel zu sehen. Immer wieder müssen wir die Fahrtrichtung ändern und uns sehr genau am Tonnenstrich orientieren.

Begegnungen mit Fähren erfordern in den schmalen Rinnen unsere erhöhte Aufmerksamkeit. Sehr schnell ist für uns klar, dass wir das schöne Wetter nutzen wollen, um weiter als bis nach Haapsalu (ca. 36 sm und mit bekannt unfreundlichem, ja unverschämtem Hafenpersonal) zu gelangen. Mindestens Dirhami (50 sm) am Eingang des finnischen Meerbusens ist jetzt angesagt. Als wir nach 40 sm endlich aus den vielen Rinnen herauskommen und einen etwas östlicher als Nord verlaufenden Kurs anlegen können, werden unsere 116 m² Segel gesetzt und gleichzeitig das Ziel auf Lohusala (80 sm), nur noch 22 sm vom Olympiahafen in Tallinn entfernt, neu abgesteckt.

Im wunderschönen Hafen von Lohusala (59°24,16'N, 024°12,4'E) machen wir dann, noch im letzten Sonnenlicht, um 22:00 Uhr, an einer Mooringtonne fest. Wir konnten fast die Hälfte der 80 sm segeln, zum Schluss mit Schmetterlingstellung der Segel und nur noch vier Knoten Fahrt, insgesamt war es für uns ein wirklich runder Tag. Bereits 15 Minuten nach dem Anlegen sitzen wir in der Sauna (jeder in seiner eigenen), die hier zum Standard der meisten Häfen gehört, und entspannen uns von der langen Fahrt. Wir sitzen dann noch gemeinsam bis 24:00 Uhr, es ist immer noch hell, bei einem Glas Wein im Cockpit und ich erledige noch kurz die angefallene E-mail-Post. In den meisten Häfen Estlands gibt es kostenlose Wireless-Lan-Netze, angeblich soll hier sogar jeder Schüler vom Staat einen eigenen Laptop bekommen. Davon können wir in Deutschland nur träumen. Übrigens: Vielen Dank für die vielen aufmunternden E-mails, die wir täglich erhalten, und über die wir uns immer sehr freuen.

Die nachfolgenden Fotos sind am 21. Juni gemacht. Leider noch ohne Sonne, so dass der nette Hafen in einer landschaftlich reizvollen Umgebung fotografisch zu schlecht wegkommt. Die Sonne hat sich dann allerdings am frühen Nachmittag in voller Stärke zurückgemeldet.

In Tallinn müssen wir endlich Aquamarin vom Gilb befreien!

Am 21. Juni starten wir, um 12:00 Uhr, bei Flaute -wie man hier auch sieht- nach Tallinn, bis 1918 Reval (hört sich doch irgendwie interessanter an). Wir wollen dort bis zum 24. Juni bleiben und dann die letzte Etappe (ca. 230 sm) bis St. Petersburg in Angriff nehmen.

Bereits um 15:00 Uhr machen wir im Olympiahafen von 1980 in Tallinn Pirita fest. Bericht über Tallin folgt.

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