Darlowo bis Leba

24. Mai 2007 -Darlowo (Rügenwalde)-

Unsere Entscheidung, Kolberg vorzeitig wieder zu verlassen, war richtig, denn jetzt folgte ein traumhafter Segeltörn bei vollem Großsegel und ausgelassener Genua. Und das bei herrlichem Sonnenschein entlang der berühmten Pommerschen Küste. Um 19.20 Uhr erreichen wir nach einem traumhaften Segeltag den kleinen Hafen von Darlowo, ehemals Rügenwalde.

Nach der üblichen Anmeldung über Funk werden wir angewiesen, 50 m vor der Schiebebrücke, die zu jeder vollen Stunde öffnet, seitlich anzulegen. Für Bettina kein Problem. Direkt neben unserem Liegeplatz befindet sich ein "Lokal". Die Besucher dieser Gaststätte hätten allesamt dem Zillemilliö entstammen können. Bettina ordert schnell zwei Anlegebier und verbrüdert sich dabei mit den Einheimischen. Zum Glück öffnet die Brücke um 20:00 Uhr. Es geht weiter in den Yachthafen Darlowo. Die Fotos zeigen, in welchem Zustand sich dieser Hafen befindet. Es gibt keinen Hafenmeister, keine öffentliche Einrichtungen irgendwelcher Art, keine Stege, nur die Möglichkeit, seitlich festzumachen. Mehr brauchen wir allerdings auch nicht. Wir machen uns gut gelaunt auf Lokalsuche. Unsere Wahl fällt auf eine Art Mc Donalds. Unser Essen genießen wir an einem Außentisch und beobachten dabei das rege Treiben in diesem Ort. Immer die selben Menschen promenieren mal aus der einen, mal aus der anderen Richtung kommend, ständig an uns vorbei. Das gibt uns reichlich Stoff zu Spekulationen. Wir haben leider nicht ergründen können, welche Idee dahinter steckt.

Als wir zurück kommen unterhalten wir uns noch ein wenig mit einem älteren deutschen Ehepaar, das neben uns sein 36 Jahre altes Motorboot Helorca fest gemacht haben. Dabei erfahren wir, dass die Sperrgebiete 6 und 6b lediglich vom 24. Mai 22:00 Uhr bis 25. Mai 8:00 Uhr geöffnet sind. Wir planen deshalb um und entschließen uns, Darlowo bereits in der Nacht wieder zu verlassen und um 4.00 Uhr früh durch die Brücke zu gehen. Wenn wir dann Richtung Ustka motoren, müssten wir innerhalb der vorgegebenen Zeit das Sperrgebiet queren können.

Unser Plan geht auf. Um 6:20 Uhr, das erste Sperrgebiet 6b war gerade passiert, konnten wir das Großsegel und die Genua setzen. Mit permanent 7-8 Knoten über Grund (GPS) fahren wir dicht an der Küste entlang, reffen zwischenzeitlich auch einmal das Groß, ohne dadurch langsamer zu werden, genießen die Sonne, den warmen Wind und den Anblick der weißen Strände und der riesigen Sanddünen.

Bereits um 11:00 Uhr vormittags machen wir nach insgesamt 52 schönen Seemeilen in einem der besten polnischen Sportboothäfen, der sehr gut ausgebauten neuen Marina Leba, fest.

 

24.-28. Mai 2007 -Leba-

Nach den üblichen, unkomplizierten Anmeldungen und ersten Erkundungen wird erst einmal von 12:00 bis 15:00 Uhr der versäumte Nachtschlaf ein wenig nachgeholt. Es ist fast 30° warm, es weht eine leichte sommerliche Brise und es duftet stark nach Kiefernwald und Baumharz. Herrlich! Seit unserem Reisebeginn haben wir nur bestes sommerliches Wetter. So kann es bleiben!

Nach dem Mittagsschlaf nutzen wir unsere Bordräder zu einer kleinen Spritztour über 10 km durch die nähere Umgebung, einschließlich Cappuccino-Pause. Abends geht es dann zum Fischessen in die sehr gepflegte Hafentaverne. Den als Aperetiv bestellten Kamikaze bekamen wir fast zeitgleich mit dem Bier in jeweils 4 Schnapsgläsern serviert. Siehe Foto weiter unten. Eine Erklärung bekamen wir nicht. Hier ist es so schön, dass wir zwei bis drei Tage bleiben wollen.

Leba ist ein kleines, malerisch an der Ostseeküste gelegenes Städtchen und ein bei der polnischen Bevölkerung sehr populäres Seebad und Kurort. Herrliche Strände, ausgedehnte Kiefernwälder und ein buntes Stadtbild machen den Ort auch für deutsche Urlauber interressant. Im Landschaftspark Slowinski gibt es Natur pur. Der riesige Lebasee, mit eigenen Dampferrouten, wird durch eine der größten Sand- und Wanderdünen der Welt (polnische Sahara), etwa 20 km lang und drei km breit, von der Ostsee getrennt.

Nachfolgend einige Fotoimpressionen:

26. Mai 2007 -Leba, 2. Tag -

In der Nacht hat es in der Ferne ein kurzes Gewitter gegeben. Es ist wieder sommerlich warm und wir beschließen, in dieser schönen Umgebung mindestens bis Sonntag, eher sogar bis Pfingstmontag zu bleiben. Nach ausgiebigem Frühstück steht für den Skipper erst einmal "Internetdienst" auf dem Plan, dann folgt ein mehrstündiger Fahrradausflug durch eine herrliche Naturlandschaft zur Sahara Polens, einem Weltnaturwunder von beeindruckenden Ausmaßen. Man fühlt sich wie in einem Skigebiet, möchte die Ski anschnallen und die Dünen heruntersausen. Die Fotos geben die tatsächlich überwältigenden Eindrücke nur bedingt wider.

Beeindruckend sind ebenfalls die kilometerlangen und menschenleeren weißen Sandstrände. Hier lassen wir uns längere Zeit nieder und wagen sogar ein kurzes Bad in der doch noch recht kühlen Ostsee.

In Kolberg ist uns bereits sehr stark aufgefallen, dass ständig und überall große Kindergruppen in Begleitung von Lehrerinnen "auf Achse" sind. Natürlich auch auf der Wanderdüne. Diese Kinder rutschten voller Begeisterung die hohen Dünen hinunter. Eine sportliche Betätigung, die wir uns ersparten, denn wer runter läuft, muss auch wieder hinauf. Auf dem Rückweg erfreut uns dann noch eine Kleinkindergruppe mit einer süßen Tanz-/Gymnastikvorführung in liebevoll gestalteten Kostümen. Wir haben etwa 20 Minuten mit viel Vergnügen zugesehen und hätten uns gern auch noch am Verzehr des Schweins beteiligt, das lecker duftend am Spieß seine letzten Runden drehte.

 

 

27. Mai 2007, Pfingstsonntag -Leba, 3. Tag -

Netterweise hat es wieder lediglich in der Nacht kurz gewittert. Der Pfingstsonntag beginnt strahlend schön, trübt sich jedoch kurz nach Mittag etwas ein. Es bleibt jedoch vorerst trocken, später fallen einige wenige Tropfen warmer Landregen. Wir starten einen weiteren Fahrradausflug durch den großartigen Naturpark Slowinski, verfransen uns dort etwas und kommen dadurch auf über 40 km, die wegen der schweren und anstrengenden Sandwege mindestens doppelt zählen. In der Zivilisation zurück unterbrechen wir die Tour zu einer kurzen Rast, mit großem Eis und 0,5l Starkbier, um anschließend die letzten Kilometer leicht beflügelt zum Boot zu radeln. Wir sind danach ausgelaugt und raffen uns nur schwer auf, mit den notwendigen Vorbereitungen für die morgige nächste Etappe zu beginnen.

Hier noch -ohne Kommentierungen- einige weitere Fotos von heute:

 

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