Segelsaison 2015 - Teil 2

Autor: Hans-Joachim

Juli bis August

Am Dienstag, den 28. Junli geht es zurück nach Stralsund. Genau vier Wochen haben wir unser Boot im Yachthafen des YC-Strelasund allein gelassen. Etliche Geburtstagsfeiern, Arbeiten an und im Haus sowie im Garten, Arzttermine und natürlich unsere Enkelkinder haben unseren Heimaturlaub bei bestem Sommerwetter wie im Flug vergehen lassen.

Auf dem Weg zurück zum Boot

Wir bleiben noch bis Sonnabend in Stralsund, trödeln und treiben uns mit unseren Fahrrädern in der Stadt herum, und verlegen uns dann wild entschlossen nur wenige Seemeilen weiter in die Marina Gustow.

In der Marina Gustow

Von Gustow aus machen wir Fahrradtouren, kehren gerne im ca. 3 km entfernten Landhotel Kajan ein und bewegen uns dann wiederum nur einige Segelmeilen weiter auf einen geschützten Ankerplatz in der Gleiwitzer Wiek. Dort packt mich dann die Arbeitswut. Ich beginne, was ich schon lange machen wollte, kleinere Lackfehlstellen und Ausblühungen auf dem Deck, im Cockpit und teilweise an der Bordwand, zu schleifen, entstauben, mit Epoxi 2 x vorzustreichen und einen ersten Lackanstrich aufzutragen. Ich will hier nicht in die Einzelheiten gehen. Aber aus kalkulierten maximal 1 1/2 Tagen wurden ganze drei Tage härtester Arbeit, jeweil von früh bis spät und ohne Pausen. Das ging auf die Knochen und ... fertig geworden bin ich nicht! Das Ergebnis kann sich bereits sehen lassen. Ich muss jedoch nochmals ran. Mich schauderts, wenn ich nur daran denke.

Jedenfalls bin ich froh, als wir endlich den Anker lichten (können) und uns auf den Weg nach Lauterbach/Puttlos machen. Von dort geht es dann weiter in die Marina Gager, wo wir uns dann endlich um die versprochene Unterkunft für Tochter, Schwiegersohn und ihre beiden jüngsten Kinder kümmern können. Wir haben uns für Sonnabend, den 08. August in Gager (Naturreservat Mönchgut/Rügen) verabredet, die beiden großen Jungs werden für 16 Tage bei uns an Bord bleiben, bis zum Mittwoch muss zusätzlich eine Unterkunft für vier Personen gefunden werden. Das stellt sich schnell als ziemlich hoffnungsfrohes Unterfangen heraus. Wir suchen vergeblich im Internet und klappern dann im Umkreis von 10 km sämtliche Unterkünfte und Fremdenverkehrsbüros ab, scheinbar aussichtslos, bis uns ein Zufall zu Hilfe kommt. Glück gehabt. Die Familie kann kommen!

Am späten Sonnabend geht es gemeinsam zum Essen, Sonntag Vormittag geht es zusammen bei schönstem Segelwetter ins etwa 10 Sm entfernte Seedorf. Unser Schwiegersohn hatte zuvor vier Fahrräder nach Seedorf gebracht und dort am Hafen mit einem Panzerschloss angeschlossen. Was dann in Seedorf fehlte war der Schlüssel, der lag im VW-Bus in Gager. Also Kabeltrommel und Flex raus und ein wenig die Sonntagsruhe im Hafen stören. Und dann war es um das Panzerschloss geschehen! Warum wir an diesem Vormittag keine Fotos gemacht haben weiß ich auch nicht.

Im Hafen von Seedorf/Rügen

Am Montag auf Einkaufstour nach Baabe

Zwei Tage in Peenemünde auf der Insel Usedom mit Bootsausflug zur Marina Kröslin auf der Festlandsseite

 

Anschließend zwei Tage im Ostseebad Karlshagen/Usedom

Es folgen zwei Tage im Fischerhafen Freest

Und immer wieder, eigentlich andauernd, geht es ins Wasser!

Hier sind wir wieder in der Marina Lauterbach auf Rügen

Ausflug mit dem rasenden Roland zum Jagdschloss Granitz

Erstmal eine kleine Stärkung vor der Turmbesteigung

Der 38 m hohe Treppenaufgang nach den Plänen von Karl Friedrich Schinkel. Die freitragende Wendeltreppe hat 154 gusseiserne Stufen.

Die schönste Aussicht über die Insel Rügen 144 Meter über NN

Ach ja, und das gab es auch noch

Die Reeling ersetzt glatt ein 3 Meterbrett

Ausflug zum Schloss Puttlos

Und schon wieder ruft die See

Oma ist die Beste (Köchin)

Es geht weiter über Stralsund -hier vor der Ziegelgrabenbrücke- nach Barhöft

Abendessen im Hafenrestaurant Barhöfft

Von Barhöfft aus geht es dann in einem großen Schlag nach Warnemünde zurück, wo wir im Seglerhafen am alten Strom mit den Kindern nochmals zwei schöne Tage verleben, bevor wir dann weiter nach Burgtiefe auf Fehmarn segeln. Am 23. August machen wir dort fest und bereits einen Tag später sitzen Bettina und die beiden Jungs im Zug nach Göttingen. Zwei in jeder Hinsicht schöne Wochen gehen damit zu Ende.

Ich bleibe noch, um das Boot aus dem Wasser heben zu lassen und winterfest zu machen. Anschließend mache ich mich an die in der Gleiwitzer Wiek unvollendeten Lack-Restarbeiten mit denen ich auch gut vorankomme, bis ein Gewitter und ein zuvor einsetzender Gewitterfliegenangriff auf den noch nicht trockenen Lack meinen Tatendrang auf den letzten Metern erneut stoppt. Ende der Fahnenstange!

Die Arbeiten stelle ich am Sonntag endgültig (für diese Jahr) ein, melde fernmündlich meine Ankunft in Göttingen für den gleichen Abend an und und beginne die Winterplane über das Boot zu ziehen. Sie wird in Abständen von ca. 70 cm jeweils an der Seereeling festgezurrt. Dazu braucht man eine lange Leiter, immerhin steht das Boot mit seinen beiden Kielen auf einem Schwerlastanhänger. Und dann passiert es, ich bekomme die Plane nicht richtig straff, nehme die zweite Hand (eherne Regel: eine Hand fürs Boot, eine Hand sichert) zur Hilfe und ziehe mit aller Kraft bis ... die Befestigungsleine reißt und ich rückwärts und im hohen Bogen aus gut 2,5 Meter Höhe auf einen direkt neben uns abgestellten Bootstrailer knalle. Und jetzt in Kurzform: In der Luft dachte ich das war es, dann nicht bewegen, um Hilfe rufen, Rettungswagen, Notarzt, ins Krankenhaus Oldenburg, Röntgenaufnahmen aller Innereien, Laborwerte, Urin usw., da muss doch was sein! Ist aber nicht, lediglich Blutergüsse quer über den Rücken und ziemliche Schmerzen. Nochmals Glück gehabt. Montag auf eigenen Wunsch und Verantwortung aus dem Krankenhaus, Taxe nach Fehmarn, dort restliche Plane festgezurrt und dann ab nach Hause.

Das war die Segelsaison 2016

 

 

 

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