Segelsaison 2013

Autor: Hans-Joachim

April/Mai

Auch in diesem Jahr wurde unsere Segelsaison mit zwei Arbeitsausflügen nach Fehmarn vorbereitet. Vom 14. bis zum 20. April und vom 12. bis zum 15. Mai hatten wir uns jeweils im Strandhotel Fehmarn eingemietet und Aquamarin mit den üblichen vielfältigen Arbeiten aus dem 7-monatigen Winterschlaf befreit.

Am 15. Mai sind die wichtigsten Saisonvorbereitungen beendet, unser Boot ist in gutem Zustand

Juni

Am Sonntag, den 2. Juni geht es erneut nach Fehmarn. Am frühen Nachmittag sind wir am Boot. Die letzten auf unserer langen Arbeitsliste stehenden Dinge werden bis Dienstag konzentriert erledigt. Am Mittwoch Mittag hängt Aquamarin endlich am Kran und wird ins Wasser gehoben. Wir bleiben anschließend noch bis zum Sonnabend am Weilandtsteg in Burgstaaken, wo wir unsere Segel anbringen und die letzten Kleinigkeiten erledigen.

Abendessen im Goldenen Anker

Es ist soweit: Aquamarin kommt ins Wasser

Fahrradausflug zum Hofcafe in Teschendorf

 

Sonnabend, 08. bis Sonnabend, 15. 06. 2013  -  Fehmarn bis Warnemünde
                                                                               und weiter nach Rügen

Am Sonnabend, den 08. Juni verlassen wir bei strahlend blauem Himmel um 10.30 Fehmarn mit Kurs Warnemünde. Bei achterlichen Winden von 2-3 Bft. segeln wir nur mit unserer Genua, unsere Fahrt beträgt 3 bis 5 Knoten über Grund. Um 18.05 machen wir nach 36 Sm im Yachthafen Hohe Düne am Platz D66 fest.

Im Yachthafen Hohe Düne Warnemünde

Um 19.30 besucht uns Barbara von der SY-Shasada, einer Reinke 13M (s.a. unter unseren Links), die zur Zeit in Trinidad auf die Fortsetzung der von ihren Eignern Barbara und Armin geplanten Weltumseglung wartet. Ab August/September soll das Boot erst generalüberholt und u.a. gesandstrahlt und neu lackiert werden. Anschließend soll es erst durch den Panamakanal und dann bis in die Südsee/Neuseeland usw. weitergehen. Wenig später kommen noch Hartmut und Klaus von der inzwischen eingetroffenen SY-Hackepeter an Bord und es es wird, wie nicht anders zu erwarten, ein entspannter und informativer Abend.

Barbara von der Shasada, mit der uns seit Klaipeda 2007 eine langjährige Bekanntschaft verbindet

Klaus und Hartmut von der SY-Hackepeter, Segelfreunde seit fast 30 Jahren

Bettina und Klaus

Sonntag, den 09. Juni beginnen wir mit einem späten Frühstück und anschließend einer Überfahrt zum Alten Strom. Dort ist der Bär los und wir entfliehen dem Trubel zu Kaffee und Torte in das Panorama Cafe des Hotels Neptun.

Im Panorama-Cafe des Hotels Neptun - bekannt aus Funk und Fernsehen

Am Alten Strom in Warnemünde

Den Abend verbringen wir gemeinsam mit Caecilia und Harald von der Second Chance auf unserem Boot

Am Monntag geht es um 09.45 weiter. Die Sonne lacht, der Himmel ist wolkenlos, der Wind weht mit 2 bis 4 Bft. aus nördlichen Richtungen. Mit einem Amwindkurs erreichen wir um 14.35 nach 24,5 Sm den Darß. Anschließend geht es mit knapp 20 Seemeilen Schmetterling bis zur Rinne vor der Insel Hiddensee. Um 18.55 fällt nach 44,9 Sm unser Anker auf 5 Meter Wassertiefe auf der Reede vor Barhöft. Wir sitzen noch lange im Cockpit, bevor es zu einer ruhigen Nacht endgültig in die Heierfalle geht,

Am nächsten Morgen: Frühstück auf unserem Ankerplatz vor Barhöft

Der Dienstag sieht uns um 09.30 im Cockpit beim Frühstück. Auf das angedachte morgendliche Bad verzichten wir, obwohl 18,5° schon ganz beachtlich sind. Um 11.25 geht es weiter. Nur mit der Genua brauchen wir für die 9 Sm bis Stralsund 01.40 Stunden, dann haben wir am Außensteg auf Platz 906 festgemacht.

In der Citymarina Stralsund

Am Mittwoch passieren wir bei schönstem Sommerwetter um 12.25 die Ziegelgrabenbrücke in Stralsund. Unser Ziel ist die nur fünf Seemeilen entfernte Marina Neuhof am Südufer des Strelasunds, die wir seit Jahren immer wieder gern besuchen. Zu mehr haben wir heute keine Lust.

Bereits um 13.15 machen wir in der Marina Neuhof fest

Highlight unserer Fahrradtour am Nachmittag: Dorfkirche in Brandshagen, erbaut im 13. Jahrhundert

Und dann das noch: Am Abend wird bei 21,5 °C Wassertemperatur angebadet!

Am Donnerstag ist der Himmel bedeckt, es ist schwülwarm. Im Hafenkiosk erhalten wir Brötchen. Mit dem Frühstück lassen wir uns wie üblich Zeit. Um 11.45 lösen wir unsere Leinen und und nur mit der Genua geht es bei einem strammen Südwest mit 7-9 Kn durch den Strelasund Richtung Palmer Ort und Greifswalder Bodden. Unser Tagesziel ist das 20 Sm entfernte Gaga im Südosten von Rügen. Wir sind jedoch so schnell, dass wir im Bodden umdisponieren und den Kurs auf Südperd und weiter auf Sassnitz ändern. Leider läßt der Wind nach der Umrundung der Süd-Ostspitze Rügens immer stärker nach, so dass wir die letzen 9 von insgesamt 40 Tagesseemeilen motoren müssen. Als wir um 18.40 in Sassnitz ankommen, fallen urplötzlich Böen mit 25 Kn Geschwindigkeit ein, die das Anlegen erschweren. Aber Ende gut, alles Gut. Wir werden hier auf den richtigen Wind für die Überfahrt nach Bornholm warten. Jetzt gehen wir jedoch erst einmal essen.

In der Nacht zum Freitag regnet es heftig, gegen Morgen klart es dann jedoch schon wieder auf und am späten Vormittag ist -wenn man mal vom starken Wind absieht- das schöne Sommerwetter zurück. Am Abend werden im Internet verschiedene Wettervorhersagen abgerufen, wir sind auf eine Überfahrt nach Bornholm eingestellt. Aufgrund der Prognosen disponieren wir jedoch erneut um. Jetzt wollen wir Ystad in Südschweden direkt anlaufen. Die Strecke ist zwar mit 61 Seemeilen gute zehn Seemeilen länger als die nach Rönne auf Bornholm, dafür können wir statt eines Amwindkurses auf einen deutlich schnelleren Halbwindkurs hoffen.

Im Hafen von Sassnitz

Bettina bei der Arbeit

Sonnabend, 15. bis Sonnabend, 22. 06. 2013  -  Rügen bis Ystad und weiter
                                                                              in die Hanöbucht

Es ist Sonnabend, der 15. Juni. Wir stehen kurz vor 07.00 auf und bereits um 07.35 legen wir in Sassnitz ab. Es ist wolkenlos, der Wind kommt mit 1-2 Kn aus West. Das passt noch nicht.

Wir passieren die Kreidefelsen - der Wind läßt noch auf sich warten

Da für den frühen Abend Starkwind und Regen angesagt ist, lassen wir uns nicht auf Segelversuche ein, sondern motoren bis 09.55. Dann geht aber regelrecht die Post ab. 15-18 Knoten, knappe 5 Bft. Wind aus Südost, der erhoffte Halbwindkurs. Mit bis zu 9,7 Knoten Geschwindigkeit fliegen wir bei schönstem Sommerwetter Ystad förmlich entgegen.

Hier stimmt alles

Als wir um 15.47 unmittelbar vor der Hafeneinfahrt die Segel einrollen, haben wir in 5:52 Stunden 47 Seemeilen segelnd zurückgelegt, ein reiner Segeldurchschnitt von genau 8,0 Kn! Um 15.55 liegen wir fest am Außensteg vertäut. Unser Tagesschnitt errechnet sich, einschließlich Ab- und Anlegen, für die insgesamt zurückgelegten 60,7 Seemeilen mit 7,4 Knoten durchschnittlicher Fahrt. Nur Fliegen ist schöner!

Um 17.30 verschwindet die Sonne hinter Wolken, der Wind nimmt zu und wenig später entlädt sich ein erstes Gewitter über uns. Unser Plan ist aufgegangen!

Ystad am Sonntag Abend nach dem Gewitter

In der Nacht gibt es weitere schwere Gewitter mit ergiebigem Regen. Am Sonntag klart es auf und unsere Welt ist wieder in Ordnung. Der Wind kommt jetzt aus SW-W mit 6-7 Bft. Wir bleiben auf alle Fälle noch bis Montag in Ystad.

Der Kommunalhafen Ystadt 2013 und 2012 (Foto unten)

Am Montag geht es dann, wie geplant, nach Simrishamn weiter. Um 09.50 geht es los. Mit 12-15 Kn Wind aus Südwest haben wir bei schönstem Sommerwetter bereits um 12.10 das Kap von Sandhammeren und damit den Eingang zur Hanöbucht erreicht. Um 14.40 machen wir nach 27,5 Tagesmeilen in Simrishamn fest.

Auf dem Weg nach Simrishamn

Am Nachmittag machen wir einen Fahrradausflug zum sieben km entfernten kleinen Fischereihafen Brantevik. Der Fahrradweg führt dicht an der Küste gelegen durch hübsche Siedlungen und durch ein Naturschutzgebiet. Morgen werden wir uns bei voraussichtlich recht flauen Winden wieder ein kleines Stückchen weiter bewegen.

Dienstag, 18. Juni 2013: Morgenstund hat nicht immer Gold im Mund und nicht in jedem Fall fängt der frühe Vogel den Wurm. Wir hatten die Wetter- und Windprognosen von zyGrip, DMI und SMHI (amerikanisch, dänisch, schwedisch, die beamteten Schnarchnasen vom Deutschen Wetterdienst lassen wir mal außen vor) offensichtlich richig interpretiert, sind spät 08.30 (ist das wirklich spät?) aufgestanden, haben in Ruhe im Cockpit gefrühstückt, während um uns herum alles in Aufbruchstimmung ist. Erst um 12.15 legen wir unter einem strahlend blauen Himmel und einem SW um die 3 Bft. ab. Unmittelbar nach der Hafenausfahrt suchen wir uns ein Tagesziel, das segelnd zu erreichen ist, rollen das Großsegel und die Genua aus, stellen den Autopiloten ein und lassen uns vom leichten Wind zu unserem Tagesziel Hällevik schieben. Das ist Segeln pur, entspannt ohne jede Hetze. Ein Tag, wie er im Buche steht. Um 18.30 machen wir in Hällevik fest. 28,9 Sm stehen auf der Logge, davon 28,5 gesegelt. Unser Tagesschnitt beträgt immerhin 4,6 kn. Nachdem wir festgemacht haben, kommen wir mit Seglern, die in aller Frühe in Simrishamn gestartet sind, ins Gespräch: Sie sind alle von der ersten bis zur letzten Sm gemotort, hatten nicht nur Dauerflaute, sondern unterwegs auch Seenebel. Soviel zur Morgenstund...

Wir haben gut Lachen!

 

In Hällevik angekommen

Unser Liegeplatz in Hällevig / Hanöbucht am Außensteg

Der aufgezeichnete Plottertrack vom 08. bis zum 18. Juni - Fehmarn bis Hällevik in der Hanöbucht
Unsere Zwischenbilanz: 253 Seemeilen, davon 205 gesegelt und 48 mit Motor

Mittwoch, 19. Juni 2013: Heute ist es zwar warm, aber der Himmel hält sich bedeckt. Die Sonne läßt sich nur gelegentlich blicken. Ein schwacher Wind weht aus NE-E. Wir bleiben noch bis um 12.45 und motoren dann kurze 14 Seemeilen bis in den Väggahamn nach Karlshafen, wo wir um 15.10 festmachen. Gegen Abend fahren wir mit unseren Bordrädern ins drei km entfernte Zentrum von Karlshafen, kaufen dort ein paar Kleinigkeiten ein und nehmen dann den deutlich längeren Küstenwanderweg zurück.

In der Nacht zum Donnerstag regnet es. Nicht stark aber ausdauernd. Der Tag beginnt sehr trübe, ohne jeden Lufthauch, die Sonne kommt nur gelegentlich einmal durch, es ist jedoch wieder trocken. Eigentlich wollten wir noch bis zum Sonnabend bleiben, aber auf einmal ist uns nach Aufbruch. Wir wollen nach Ekenäs/Ronneby, nur 16 Seemeilen von Karlshafen entfernt, wo wir bereits vor drei Jahren einige Tage verbracht haben. Als wir um 10.30 ablegen ist uns klar, dass wir nochmals motoren müssen. Um 13.40 kommen wir in Ekenäs an und ... haben inzwischen das schönste Sommerwetter, unser Außenthermometer meldet uns 26° im Schatten. Die Wassertemperatur beträgt knapp 20° und so lassen gemeinsame Schwimmübungen nicht lange auf sich warten (nach dem Eis).

Im Gasthafen Ekenäs, im Hintergrund die Insel Karön, ebenfalls mit Gästehamn

Im Hafencafe gönnen wir uns ausnahmsweise ein Eis

Die kleine Fähre pendelt pausenlos zwischen unserem Hafen und der Insel Karön

Am Freitag besuchen wir die Midsommafirande in den Kuranlagen des Ronneby Brunnspark

Hier ist nichts hektisch, die großzügige Anlage strahlt Ruhe aus

Midsommarfirande im Brunnspark - Tanz um den Maibaum am längsten Tag des Jahres

Uns gefällt es hier sehr - wir bleiben deshalb auch noch am Sonnabend

 

Sonntag, 23. bis Sontag, 30.06. 2013  -  Von Ekenäs über Karlskrona nach Kalmar

Am Sonntag legen wir in Ekenäs um Punkt 11.00 ab. Nur ab und zu zeigt sich die Sonne auf unserem Weg nach Karlskrona, es weht ein schwacher Wind aus SW. Als wir die inneren Schären verlassen machen wir einen Segelversuch. Kurzzeitig bringen wir es auf 5 Kn, aber bereits nach zwei Seemeilen unter Segeln wird es eine Schleichfahrt und zusätzlich macht uns eine unangenehme Dünung zu schaffen. Wir ändern den Kurs und wählen nun doch wieder den ohnehin kürzeren Weg durch die Innenschären, den wir vor allen Dingen wegen der unklaren Öffnungszeiten der Hasslöbron-Brücke vermeiden wollten. Kurz vor 13.00 Uhr stehen wir vor der Brücke und wenige Minuten später haben wir sie passiert. Das passte!

Um kurz nach 14.00 legen wir in Karlskrona an und ... die Sonne ist zurück. Bettina macht sich umgehend auf den Weg zu Lidl und ich nehme im Cockpit ein Sonnenbad. Später Skype ich mit meinem Bruder, anschließend machen wir einen längeren Spaziergang durch die Stadt, dazwischen werden immer wieder Steggespräche mit anderen Seglern geführt.

Am Montag lassen wir uns Zeit. Wir trödeln, besuchen Britta und Dierk von der Patina III, einer REINKE 16M, haben selbst Besuch an Bord, tauschen uns aus. Bettina ist wieder bei Lidl und erst um 14.00 raffen wir uns endlich auf. Unser Tagesziel ist das nur 16 Seemeilen entfernte Sandhamn am Eingang des Kalmarsunds. Keine Wolke ist am strahlend blauen Himmel zu sehen, es weht ein leichter Wind aus Südwest und es ist angenehm warm. Um 16.35 machen wir, vom Hafenmeister eingewiesen, in Sandhamn fest. Der Hafen hat was. Wir haben in sonst immer links liegen lassen. Das werden wir in Zukunft mit Sicherheit nicht mehr tun.

In Sandhamn

Gegen 17.00 machen wir einen Fahrradausflug zum nur zwei km entfernten Torhamn
(auf dem Wasser etwa 5 Sm vor Sandhamn)

Nach der Rückkehr gehen wir ins Sail Inn, wo wir gemeinsam mit der Crew von der Anna D. aus Kröslin zu Abend essen. Später trinken wir an Bord unseren üblichen Sundowner!

Am Dienstag verabschieden wir uns bei (noch) schönstem Wetter um 09.25 aus Sandhamn. Der schwache Wind kommt uns aus Nord direkt entgegen. Wir wollen ins 24 Seemeilen entfernte Bergkvara, steuern dann aber doch bereits um 12.00 und nach nur 16 Sm den kleinen Hafen von Kristianopel an, den wir schon häufiger besucht haben. Der Himmel bezieht sich langsam, für die Nacht und für Mittwoch ist Landregen vorhergesagt. Zum Kaffee ist Dieter von der Reinke 12M Sindbad/Berlin bei uns an Bord. Abends bin ich auf ein Bier auf seinem Boot. Er segelt fast immer allein. Ansonsten gibt es viele Gemeinsamkeiten. Berlin, Studium der Elektrotechnik an Fachhochschule Gauß...  Wir werden hier bis Donnerstag bleiben und dann mit voraussichtlich günstigem Wind und wieder sonnigem Wetter weiter nach Kalmar segeln.

Tatsächlich ist der Mittwoch ein äußerst trüber und ungemütlicher Tag. In der Nacht hat es häufig geregnet, es gibt zwar im Tagesverlauf einzelne Aufheiterungen, es bleibt aber eher Wetter für die Kuchenbude. Und genau hier erledige ich einige kleinere Arbeiten. Zum Abendessen ist Dieter aus Berlin bei uns an Bord, er bringt zwei Flaschen Wein mit, bei denen es bis 23.30 natürlich nicht bleibt.

Warum nimmt mich niemand in den Arm?

Am Donnerstag geht es um 10.00 weiter. Der Himmel ist wieder blau, der Wind kommt aus SW, anfangs mit moderaten 8-10 Knoten. Wir "geigen" vor dem Wind mit 4-4,5  Kn, erst mit Großsegel und Genua, dann nur noch mit der Genua, die wir auch noch häufig shiften müssen. Das ist bei uns, durch die dahinter liegende Fock, ein ziemlich anstrengendes Manöver. Dann zieht der Wind langsam an, in Böen bis auf 30 Kn, das sind 7 Windstärken. Wir kreuzen vor dem Wind, reffen die Genua etwas ein und machen trotzdem noch zwischen 6,5 und bis 9,1 Kn Fahrt! Um 15.05 legen wir nach 29,9 Sm in Kalmar an. Wir werden hier voraussichtlich bis zum Sonnabend bleiben.

Unterwegs nach Kalmar

Grüße aus Kalmar

Am Freitag geht es nach dem Frühstück (Foto oben) ins Kalmar Landesmuseum. Das Schwerpunktthema ist das 1676 vor Öland während einer Seeschlacht gesunkene Kriegsschiff Kronan. Es war seinerzeit das größte schwedische Kriegsschiff. Es sank nicht durch Feindeinwirkung, sondern durch einen gravierenden Manöverfehler des kommandierenden Admirals. Mehr als 800 der insgesamt 850 Besatzungsmitglieder, Seeleute und Soldaten, ertranken bei diesem Unglück. Seit der Entdeckung des gut erhaltenen Wracks im Jahr 1980, sechs km vor der Ölandküste in 29 m Tiefe, wird die Fundstelle in jedem Sommer durch Unterwasserarchäologen weiter erforscht. Unzählige Artefakte wurden zwischenzeitlich geborgen und werden jetzt im Landesmuseum gezeigt. Wir arbeiten uns in gut drei Stunden durch die insgesamt vier Etagen des Museums.

Anschließend machen wir einen Kurzbesuch in Schwedens erhabendster Barockkirche, dem Dom von Kalmar (1660-1702), schieben unsere Fahrräder durch die stark belebte Altstadt und strampeln dann weiter zum Einkauf zu Lidl. Nach der Rückkehr aufs Boot gibt es erst einmal für jeden von uns ein großes McFlurry-Erdbeereis von Mc Doof, die Filiale ist nur wenige Schritte von unserem Liegeplatz entfernt.

Selbstportrait im Dom zu Kalmar

Urspünglich hatten wir mit einem chinesischen Buffet geliebäugelt. Nach dem dicken Eis vom Nachmittag verzichten wir und begnügen uns mit übersichtlich Portionen in unserem Cockpit

Den Abend beschließen wir mit dem Besuch einer Musikveranstaltung im Schlosspark von Kalmar.

Am Sonnabend verlassen wir Kalmar um 10.45 und um 15.25 machen wir nach 31 Seemeilen im Hafen von Sandvig auf der Insel Öland fest. Gestartet sind wir mit achterlichem Wind von 9-10 Kn. Sonne und leichte Bewölkung lösen sich ab. Am frühen Nachmittag entwickelt sich ein strammer SSW mit Böen um die 30 Kn, also gute 7 Bft, der uns zuletzt nur noch mit dem Groß segelnd auf bis zu 9,5 Knoten im Surf beschleunigt. In Sandvig können wir ohne Probleme gegen den starken Wind sicher anlegen. An Sandvig sind wir bereits häufig vorbei gesegelt. Zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellt. Der Hafen hat Charme und eine reizvolle Umgebung. Wir erleben hier nach einem späten Spaziergang einen selten schönen Sonnenuntergang, der gesamte nördliche Himmel scheint minutenlang in Flammen zu stehen!

Unterwegs nach Sandvig auf der Insel Öland, aufgenommen vom Skipper der SY-ODIN

Die ODIN mit Schmetterling voraus

Es ist Sonntag, der 30. Juni: Wir stehen spät auf und trödeln uns durch den Vormittag. Erst um 12.00 legen wir ab. Byxelkrog auf Öland und Oskarshamn auf dem Festland stehen zur Auswahl, beide Häfen jeweils 18 Sm entfernt. Wir entscheiden uns erst auf dem Wasser. Oskarshamn bietet bei 5-8 Kn Wind aus WSW einen günstigeren Halbwind- statt Vorwindkurs und erhält deshalb den Zuschlag. Nach 10,5 Sm muss allerdings der Jockel ran, innerhalb weniger Minuten haben wir eine totale Flaute. Um 15.30 legen wir in Oskarshamn-Brädholmen an. Wir machen bei schönstem Sonnenwetter einen Stadtbummel und gegen 19.00 sitzen wir im Restaurang Kinesiska Cecil beim Abendessen.

Oskarshamn- Brädholmn

 

Hier geht es weiter zum Monat Juli ...