Juli

Montag, 01. bis Sontag, 07.07. 2013  -  Von Oskarshamn über Fiegeholm in
                                                               den Schärengarten

Der Juli beginnt verheißungsvoll. In Oskarshamn lacht die Sonne an einem strahlend blauen Himmel, ein leichter Wind weht aus Ost und verführt uns zu einer Kurzetappe nach Fiegeholm in den hier beginnenden Schären-Archipel. Für den traumhaften 12 Seemeilen-Kreuzkurs brauchen wir unter Groß und Fock genau drei Stunden. Als wir am Montag um 14.00 in dem bei Seglern sehr beliebten kleinen Hafen von Fiegeholm festmachen, ist es bereits erstaunlich voll. Nach dem üblichen Hafen-Klön-Schnack und unserer Kaffeerunde im Cockpit tobe ich mich mit dem Fahrrad mal wieder für eine halbe Tempo-Stunde aus, Bettina vergnügt sich im Waschsalon und läßt die Waschmaschine und den Trockner heißlaufen. Vielleicht bleiben wir hier noch einen weiteren Tag.

Im kleinen Hafen von Fiegeholm

Am Dienstag bleiben wir noch in Fiegeholm. Bettina wäscht und trocknet diesmal unsere Bettwäsche, ich krame das Schlauchboot aus der Backskiste und bringe es auf dem Vordeck in einen gebrauchsfertigen Zustand, anschließend räume ich die Backskiste einmal richtig aus und dann richtig ein. Von 15.30 bis 16.30 skype ich mit meinem Bruder und dann mit der Schwester. Um 18.30 schwinge ich mich nochmals für ein 25-minütiges Intensivtraining auf mein Bordfahrrad und dann ist der Tag auch schon fast vorüber.

Der nächste Tag bringt anfangs viel Sonne bei absoluter Windstille. Also motoren wir am späten Vormittag zum 17 Seemeilen entfernten Schärenanleger von Klintemäla, der allein landschaftlich einiges bietet, ansonsten eher langweilig ist. Kurz bevor wir anlegen, briest es auf einmal auf und der stark böige Seitenwind macht uns zu schaffen. Wir haben die Heckboje zu fassen bekommen, ich kann aber den Abstand zu dem vor uns liegenden erhöhten Betonkai vom Cockpit aus nur schwer einschätzen, möchte auch ungern gegensemmeln und Bettina hat Angst hinüber zu springen. Höchstens zehn Meter entfernt schaut uns ein junges Paar vom Yachtclub Travemünde, offensichtlich mit Papas Boot Absolut unterwegs, seelenruhig zu. So etwas absolut tumbes habe ich in mehr als 30 Segeljahren noch nirgendwo erlebt. Gegen 17.00 trübt es sich ein und in der Nacht regnet es fast ununterbrochen.

In Klintemäla

Der Donnerstag beginnt ziemlich trübe. Es regt sich kein Lüftchen und ist bereits beachtlich warm. Um die Mittagszeit ziehen wir weiter. Unser Tagesziel ist der kleine Fischerhafen Händelöp, knapp 14 Seemeilen entfernt. Als wir um 14.00 dort als einziges Gastboot festmachen, meldet sich auch die Sonne wieder zurück. Es wird noch ein richtig schöner Tag.

Im kleinen Hafen Fiskehamn auf der Insel Händelöp angekommen

Am Nachmittag erkunden wir mit unseren Fahrrädern die Insel und ihren ursprünglichen Fischerort Byhamn

Zurück in Fiskehamn Händelöp

Freitag den 5. Juli geht es um 10.00 weiter. Es ist leicht bewölkt mit einzelnen sonnigen Abschnitten. Der Wind kommt mit 5-7 Kn erst aus SW, später aus SE und dazwischen gibt es Flautenphasen. Von den 18 Tagesmeilen können wir 12 Sm segeln, beim Rest muss der Motor helfen. Als wir unseren Anker zwischen den Schären Längö und Trässö versenken, sind nur noch einzelne Wolken am Himmel. Hier haben wir in den letzten Jahren bereits mehrfach geankert. Leider ist die Wassertemperatur diesmal noch nicht so richtig altersgerecht.

Wir bleiben auch noch am Sonnabend  auf dem Ankerplatz Längö/Trässö

Abendstimmung auf unserem Ankerplatz

Der Sonntag macht seinem Namen alle Ehre. Wir bewegen uns 12 Seemeilen weiter nach Norden und suchen uns zwischen den Schären Svend-, Läng- und Lindholmen einen für uns neuen Ankerplatz, verbringen hier einen schönen Tag und machen u.a.mit unserem Beiboot einen längeren Ausflug.

 

Montag, 08. bis Sonntag, 21.07. 2013  -  Fyrudden, Arkösund und weiter bis
                                                                 Nyköping

Nach einer ruhigen Nacht geht es am Montag Morgen gegen einen kräftigen Nordwind unter Motor 9 Seemeilen weiter nach Fyrudden, wo wir uns wieder mit allem Notwendigen versorgen können. Am Abend erleben wir direkt vor unserem Boot eine der in Schweden sehr beliebten Allsang-Veranstaltungen, gemeinsames und verbindendes Singen fröhlicher und möglicherweise auch schmutziger Sommerlieder.

In Fyrudden

Um 10.20 geht es am Dienstag weiter. Es ist ein selten schöner Tag. Keine einzige Wolke am Himmel, ein leichter raumer Wind schiebt uns auf unserem Weg nach Norden, es ist um die 25° warm. Ursprünglich wollten wir auf die nur wenige Seemeilen entfernte Insel Haskö um dort zwei bis drei Tage zu faulenzen. Eine für Mittwoch vorhergesagte Störung, nur noch 16°, Regenschauer und 6 Bft. Wind aus Nord, läßt uns umdisponieren. Wir wollen nun doch noch etwas weiter und die heutigen idealen Wetterbedingungen nutzen. Abwechselnd setzen wir das Groß und die Genua, dann nur die Genua, Groß und Fock sowie schließlich längere Zeit nur das Großsegel und kommen sehr gut voran. Kurz nach 14.00 erreichen wir den Arkösund und gehen dann doch noch weiter bis nach Nävekvarn, einen Hafen, den wir aus dem Vorjahr gut kennen. Nach wirklich traumhaften 29,8 Seemeilen kommen wir dort um 16.15 an. Kurze Zeit später drängeln wir uns bereits auf unserer Badeplattform. Jeder will der erste im 20,5° warmen Wasser sein.

Sundowner auf unserem Boot am Außensteg des Sportboothafens Nävekvarn

Wir werden hier auch noch am Mittwoch bleiben, der voraussichtlich wettermäßig ein Ausfall werden wird. Für Donnerstag ist bereits wieder Sonne pur angesagt und ab Freitag bis Mitte nächster Woche gibt es auch wieder hochsommerliche Temperaturen um die 25°. Am Mittwoch kommender Woche fliegen wir für vier Tage nach Deutschland, feiern in Göttingen einen runden Geburtstag und werden dann am Sonntag mit unseren Enkelkindern Jonas und Lasse zum Boot zurück kommen. Wir freuen uns sehr auf die gemeinsamen 14 Tage mit den Kindern. Unsere Tochter wird die beiden Jungs anschließend in Stockholm abholen.

Das Wetter entspricht exakt der Vorhersage. Wir verlassen Nävekvarn am Donnerstag erst um 13.15. Vorher haben wir noch unseren Dieselbestand um 235 l ergänzt, im Tank sind jetzt etwa 620 l. Das sollte noch bis in die nächste Saison hinein reichen. Bei anfangs leichten nördlichen Winden können wir 9,5 Seemeilen mit einem Amwindkurs segeln, dann schläft der Wind ein und es folgen nochmals 9,5 Motormeilen. Um 17.05 kommen wir in Norrköping, der fünftgrößten Stadt Schwedens an. Bei einer Wassertemperatur von 20° schwimmen wir erst einmal gemeinsam ums Boot, es folgt eine Skype-Runde und dann gehts per Fahrrad zum Einkaufen.

Freitag ist dann ein richtiger Hochsommertag. Wir fahren mit unseren Fahrädern in die Innenstadt von Norrköping und nehmen nach drei Stunden einen ersten und recht positiven Eindruck mit zurück aufs Boot. Die Stadt hat gut 120.000 Einwohner, wirkt jedoch entschieden großstädtischer auf uns als das einwohnermäßig gleichgroßes Göttingen. Ach ja, bei Lidl waren wir dann auch noch.

Fast nicht zu glauben: Das gesamte Bild und jeder einzelne Buchstabe besteht ausschließlich aus Kakteen

Der Sonnabend ist ebenfalls sommerlich warm und annähernd windstill. Um 10.45 geht es mit 23 Motormeilen los, die letzten acht Seemeilen bis Öxelösund können wir dann doch noch segeln. Der ehemals kommunal betriebene Gästehafen gehört jetzt zur Promarina Gesellschaft, die in Schweden und in Polen bereits etliche Häfen übernommen hat. Die Auswirkungen auf das allgemeine Preisniveau -und nicht nur in den eigenen Häfen- sind beträchtlich. Hier müssen wir umgerechnet gut 40 € berappen.

Wir suchen uns deshalb am Sonntag Nachmittag in nur vier Seemeilen Entfernung zwischen den Inseln Hasselö und Bergö einen Ankerplatz für die Folgenacht.

Am Montag legen wir dann die letzten neun Seemeilen bis Nyköping zurück, wo wir um 15.40 eintreffen und einen Liegeplatz für eine Woche, bis zum 22. Juli, mieten. Hier ergänzen wir unsere Lebensmittelreserven, reinigen das Schiff innen und außen und bereiten alles für unsere jungen Gäste vor. Weiter kümmern wir uns um unsere Bordkarten für den Flug nach Lübeck und um die Bus- und Bahnverbindungen.

Im Hafen von Nyköping

Am Mittwoch, den 17. Juli, verlassen wir dann um 11.10 mit kleinem Handgepäck unser Boot, um 14.45 landen wir in Lübeck und Punkt 18.00 treffen wir in Göttingen ein. Bei Kaiserwetter hat alles generalstabsmäßig geklappt.

Am Sonntag, 21. Juli, geht es dann schon wieder zum Boot zurück. Um 07.15 werden wir abgeholt und um 07.46 sitzen wir mit unseren Enkelkindern Jonas und Lasse im ICE nach Hannover. Kurz nach Hannover-Laatzen und damit wenige Minuten vor dem HBf Hannover, wo wir in den Zug nach Bremen umsteigen müssen, hält der ICE auf freier Strecke. Nach einigen Minuten kommt die umschreibende Durchsage, wegen eines Personenschadens ist die Strecke gesperrt, der Zug muss bis Nordstemmen zurück, um dann über Hildesheim nach Hannover umgeleitet zu werden. Voraussichtliche Verspätung 50 Minuten. Tatsächlich sind es dann genau 90 Minuten, als wir endlich um 10.10 Uhr im Laufschritt dem Nordausgang des Hauptbahnhofs in Hannover zustreben. Dort wartet Cousin Jochen aus Bremen, den ich, den tatsächlichen Umfang der Verspätung schon vorausahnend, unmittelbar nach der ersten Durchsage angerufen habe und der dann dankenswerter Weise sofort von Bremen nach Hannover gestartet ist, um uns dort abzuholen. Es war auch im Nachhinein besehen die einzige, wenngleich äußerst geringe Chance, unseren 12.00 Uhr-Flug nach Nyköping zu erreichen. In Hannover stehen wir dann erst einmal ohne eine einzige Ausnahme an jeder Ampel. Dazu "kein Kommentar". Auf dem Messeschnellweg geht es dann voran und auf der A7 herrscht, dem Wetter sei Dank, dichter Ausflugsverkehr Richtung Ostsee. Mehrmals stehen wir im Stau, ich bin dem Herzinfarkt so nah wie nie. Erst nach dem Walsroder Kreuz geht es endlich zügig Richtung Bremen weiter. Wenig später hören wir im Verkehrsfunk, dass die A7 wegen eines Unfalls vor der Abfahrt nach Bremen gesperrt worden ist!!! Das war eng! Womit keiner von uns mehr gerechnet hat, um 11.45 hält Jochen vor dem Ryanairterminal, um 11.55 sind wir im Flieger und um 12.00 geht es pünktlich auf die Startbahn Richtung Schweden.

Noch schnell ein Familien-Abschiedsfoto und dann geht es auch schon los

Am Sonntag Nachmittag in Nyköping mit unseren Leichtmatrosen. Et hat ja nochmal jutjejange!

 

Montag, 22. bis Sonntag, 04.08. 2013  -  Mit unseren Enkelkindern
                                                                 von Nyköping nach Stockholm

Am Montag erreichen wir nach 16 Seemeilen unseren Ankerplatz im Västerfjärden

Hier ist Baden, Tauchen, Klettern, Motorbootfahren und Wandern angesagt. Wir bleiben auch noch am 23. Juli.

Auf dem Weg nach Trosa. Viel Sonne, wenig Wind

Das Anlegeeis in Trosa

Jonas als Bootsführer

Beim Abendessen - es schmeckt wie immer köstlich

Kein Blick für die Schärenlandschaft

Wir bewegen uns in Tagesetappen von ca. 15 Seemeilen weiter. Hier sind wir auf einem Ankerplatz in der Soviken

 

Ausflug mit dem Beiboot zum 2 Seemeilen entfernten Norrhamn von Öja

Am Freitag erreichen wir das quirlige Nynäshamn. Hier ist der Bär los

Auf Besichtigungstour zum hier vor Anker liegenden Kreuzfahrer

Schwimmen direkt nach dem Aufstehen - anschließend schmeckt das Frühstück besonders gut

Wir werden heute noch bis zum Mittag in Nynäshamn bleiben und uns dann in ca. 15 Sm Entfernung eine Ankerbucht suchen.

Später auf unserem Ankerplatz Kolnäsviken - Omi ist die Beste

Das Grillen ist des Schweden größte Lust und Leidenschaft

Und ...  Frühsport, wie an jedem Morgen

Um 11.30 holen wir am Sonntag unseren Anker auf und segeln bei idealen Wind- und Wetterbedingungen wieder ein kleines Stückchen weiter. Tagesziel ist der niedliche Hafen Malvakvarn, in dem wir nach 14,5 Seemeilen um 13.45 festmachen und in dem ebenfalls erst einmal die Wassertemperatur (21°C) getestet wird. In den nächsten beiden Tage wird die Sonne wohl eine kurze Pause einlegen, auch Regen ist möglich. Wir stellen uns auf zwei Hafentage ein.

Sonntag Nachmittag in Malvakvarn - EM Endspiel der Frauen Deutschland gegen Norwegen im Fernsehen

Wir bleiben am Montag in Malvakvarn. Es ist schwülwarm, der Himmel ist bedeckt, in der Nacht hat es geregnet.

Am Dienstag verlassen wir den kleinen Hafen und bewegen uns bei absoluter Flaute 10 Seemeilen weiter in Richtung Stockholm. Als in der Napoleonsviken der Anker fällt, hier hat schon Kaiser Napoleon III gebadet, fängt es an zu regnen. Die Kinder sind trotzdem bereits kurze Zeit später wieder im Wasser zu finden.

Morgen wird die Sonne wieder scheinen und wir werden die letzten 15 Seemeilen nach Stockholm in Angriff nehmen.

Aber erst einmal muss gebadet werden...

... und dann geht es auf die letzte Teilstrecke nach Stockholm

Um 14.00 machen wir im Navihamn Stockholm fest.

Am Donnerstag fahren wir mit der Straßenbahn in das Centrum von Stockholm, besuchen die Altstadt Gamla Stan, erleben die Wachablösung der Palastwachen am Stadtschloß des Königs, machen eine U-Bahnfahrt und verbringen insgesamt drei interessante Stunden im Vasamuseum.

Achtung Wikinger!

In Gamla Stan

Wachablösung am königlichen Stadtschloß

100 Meter unter dem Straßenniveau in die Felsen gehauen - Die Stockholmer U-Bahn

Im Vasamuseum

Kleine Verschnaufpause!

Wir schauen uns in den einzelnen Stockwerken des Museums um, machen anschließend zur Wissensvertiefung eine deutschsprachige Führung mit und schauen uns dann noch einen Film an. Zum Abschluss der Führung schießt der kleine Lasse den Vogel ab: Seine Hand geht hoch und stellt die Frage nach dem Gewicht des Ankers. Der Führer muss passen und kann auch später am Infoschalter keine befriedigende Auskunft geben.

Am 02. August trifft dann unsere Tochter mit ihrer in Stockholm lebende Großcousine Ulrika, die sie am Busterminal abgeholt hat, im Navihamn ein. Sie wird mit ihren Kindern am Sonntag wieder nach Hause fliegen.

 

Während eines Spaziergangs am Nachmittag

Am Sonnabend Nachmittag steht der Besuch des Tivolis Gröna Lund auf dem Programm

Am Sonntag ist dann die Stunde des Abschieds gekommen. Sehr schöne und erlebnisreiche 14 Tage gehen zu Ende

Wir bummeln abschließend noch durch Gammla Stan und trösten uns mit Kaffee und Kuchen

 

 

 

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