August

Montag, 05. bis Sontag, 12.08. 2013  -  Von Stockholm aus wieder heimwärts

Am Montag haben wir uns um 13.45 im Innenhof des Stadshuset mit Schulfreund Dietrich und Rita, unseren Stockholmer Freunden, verabredet. Das 1923 eingeweihte Rathaus und insbesondere sein 106 m hoher Turm sind das Symbol für die Stadt. Hier findet alljährlich das Festbankett aus Anlaß der Nobelpreisverleihung statt. Nach einer knapp einstündigen Führung durch das beeindruckende Gebäude besuchen wir ein Cafe in der Kungsgatan und fahren anschließend mit U-Bahn und Bus nach Danderyt. In der U-Bahn gibt es eine unangenehme Überraschung. Rita bemerkt, das ihr offensichtlich im Gedränge auf der Kungsgatan irgendein Mistkerl ihr Smartphone aus der Handtasche entwendet hat!

Im Innenhof des Stadshuset

 

Im goldenenen Saal, hier schwingen die Nobelpreisträger das Tanzbein

Im Cafe ...

... und am Abend in Danderyt

Am Dienstag sind wir dann gegen 14.00 Uhr startklar. Die Fahrräder sind auf dem Achterschiff verzurrt, vom Personal des Hafens haben wir uns bis zum nächsten Jahr verabschiedet, als wir uns plötzlich nochmals umentscheiden: Wir wollen den schönen Sommertag noch in Stockholm genießen. Die Rückfahrt wird morgen gestartet.

Als wir dann am Mittwoch um 09.50 nach einer Woche Stockholm unseren Navihamn verlassen, bezieht sich der Himmel und gegen Mittag gibt es sogar einen kurzen Regenschauer. Allerdings ist es mit knapp 25° angenehm warm. Wir lassen die ursprünglich als Ankerplatz anvisierte Napoleonsviken links liegen und motoren 26 Sm bis zur Insel Ornö, wo wir in der Kolnäsviken einmal mehr einen rundum geschützten Übernachtungsplatz finden. Dort kommt dann auch die Sonne wieder zum Vorschein und wir erleben einen sehr schönen Nachmittag und Abend sowie eine ruhige Nacht.

Am Donnerstag holen wir nach dem Frühschwimmen bei 20°C Wassertemperatur, drei runden ums Boot, und dem Frühstück unseren 32 kg-Anker auf und motoren bei noch angenehmen Temperaturen um 23°, bedecktem Himmel und absoluter Flaute die restlichen 18 Sm bis Nynäshamn, wo wir bereits um 13.20 festmachen. Nach einem Hafenrundgang (es ist kein uns bekanntes Boot zu finden) und einer Einkaufsfahrt zu Lidl beginnt es zu regnen. Wir können uns gerade noch trocken auf unser Boot retten.

Es regnet die ganze Nacht und auch der Freitag Vormittag ist nicht gerade überzeugend. Für den Nachmittag ist jedoch Besserung in Sicht und so verschieben wir unsere Weiterfahrt auf 14.00. Die Kalkulation geht auf! Die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich, als wir ablegen. Bei einem noch stark böigem Westwind können wir die ersten sieben Seemeilen flott segeln, dann geht es nach West und der Motor kommt wieder zum Zuge. Als wir gegen 16.00 in dem ehemaligen Fischerhafen Ankarudden auf der Insel Torö festmachen, ist kaum noch eine Wolke am strahlend blauen Himmel zu sehen.

In Ankarudden

Wir sind nicht zu früh gekommen. Nur ein wenig später und unser (letzter) Platz wäre weg gewesen.

Wir haben einen selten schönen Platz gefunden, wie aus dem Bilderbuch!

Wir machen eine sehr schöne 16 km-Fahrradtour durch duftende Kiefernwälder über die Insel Torö

Kurze Rast auf der anderen Inselseite

Hier lassen wir uns einen Tisch reservieren, gehen zum Boot zurück um Geld zu holen ...

... lassen uns wenig später die Speisekarten bringen, um anschließend fluchtartig das Feld zu räumen.

Wir haben dann lieber mindestens so gut und auch genauso stilvoll in unserem Cockpit zu Abend gespeist! Irgendwie waren uns 350 SEK (41,- Euro/Person!) nur für ein Hauptgericht, ohne Getränke, doch ein wenig zu happig!

Am Sonnabend machen wir uns um 10.55 auf den Weg zum 16 Seemeilen entfernten Västerfjärden. Der Wind kommt aus Süd mit 8-12 Kn und wir können den größten Teil der Strecke hart am Wind segeln.

Aquamarin einmal mehr auf dem Ankerplatz Västerfjärden

Am Nachmittag machen wir eine zweistündige Wanderung über die Insel Ringsön ...

 ... treffen auf frei laufende Pferde ...

... und ein Damwildrudel, dem wir uns bis auf 20 m nähern können, ...

... durchstreifen dichte und dunkle Kieferwälder ...

... und lassen uns auf der Inselostseite vom warmen Granit und der Sonne wärmen.

Am Sonntag, den 11. August geht es um 10.45 weiter. Wir verlassen unseren Ankerplatz und den Schärengürtel und nehmen den kürzesten Weg über die offenene Ostsee nach Arkösund, wo wir nach 28,2 Seemeilen um 15.30 im NSS-Gästehamn begleitet von einem Gewitter festmachen.

 

Montag, 12. bis Sontag, 19.08. 2013  -  Von Arkösund nach Kalmar

Am Montag geht es um 09.30 weiter und um 10.20 passieren wir bereits die in Schweden berühmt-bekannte Kaisertonne.

Auf dem Weg nach Fyrudden passieren wir die Keysaren

In Fyrudden, während der Ferienzeit ein pulsierender und immer gut besuchter Hafen, ist zu spüren, dass die Segelsaison in Schweden zu Ende geht.

Fyrudden, wie ausgestorben

Nach etlichen Skypegesprächen verlassen wir Fyrudden am Dienstag um 11.25. Der Himmel ist leicht bewölkt, mit um die 23° ist es nach wie vor angenehm warm, nur der Wind spielt nicht mit. Er kommt nach wie vor böig aus Süd und macht keine Anstalten, die Richtung in den kommenden Tagen zu ändern. Das kostet Treibstoff!

Am frühen Nachmittag ziehen Wolken auf und es wird ungemütlich. Wir suchen uns einen geschützten Ankerplatz und wenig später entlädt sich ein schweres Gewitter über uns. Wir bleiben hier bis zum nächsten Morgen das einzige Boot.

Während des Gewitters ...

... und danach.

Am Mittwoch wiederholt sich der Ablauf des Vortags, diesmal 20 Seemeilen weiter, im kleinen Fischerhafen Händelop. Der Tag beginnt schön, der Wind kommt wieder aus Süd, am Nachmittag zieht sich der Himmel zu und anschließend entlädt sich erneut ein schweres Gewitter direkt über uns.

In Händelop

Am Donnerstag Morgen verlassen wir das Schärenfahrwasser kurz hinter Händelop und nehmen Kurs auf den 40 Seemeilen entfernten Hafen Sandvig auf der Insel Öland. Die Wettervorhersage hat uns Westwind mit 10-12 Kn versprochen. Aber wie es mit Versprechen häufig ist, der Wind weht nur schwach mit um die 5 Knoten, wir machen, wenn es gut läuft, 2-3 Knoten Fahrt und das ist uns zu wenig. Also wird, wie in den Tagen zuvor, einmal mehr gemotort. Das zehrt an den Nerven und unser bis Stockholm gutes Segel-/Motorverhältnis geht langsam aber sicher in die Dutten.

Abendstimmug in Sandvig, auf der Soneninsel Öland

Warum sollte es am Freitag besser sein. Eine frische Brise aus südlichen Richtungen weht uns um 09.30 mit bis zu 17 Knoten (5 Bft) frontal entgegen, im Kalmarsund steht eine unangenehme Welle. Wir versuchen aufzukreuzen und geben nach wenigen Meilen entnervt auf. Wir setzen immer wieder hart ein, schieben stark Lage und kommen nur auf max. vier bis fünf Knoten Fahrt. Aus den 30 Tagesmeilen machen wir so gut über 40 Sm und 10 Stunden oder mehr Schräglage. Das müssen wir uns nicht mehr antun. Also ... alles wie gehabt. Um 15.00 machen wir in Kalmar fest  Der Hafen ist ziemlich voll, viele Crews warten hier bereits auf bessere Windbedingungen für die Weiterfahrt nach Süden.

 

Montag, 20. bis Mittwoch, 28.08. 2013  -  Von Kalmar nach Fehmarn

Wir werden noch bis zum Montag in Kalmar bleiben. Der Sonnabend ist ein richtig und rundum schöner Spätsommertag. In der Innenstadt ist der Teufel los. Früh um 07.00 Uhr wird direkt am Hafen der Ironman Kalmar Triathlon 2013 mit weit über Eintausend Teilnehmern mit dem Schwimmen über 3,9 Km gestartet. Anschließend geht es auf eine über 180 Km lange Radstrecke und den Abschluss bildet der Marathonlauf über 42,2 Km. Der erste Athlet ist nach 08.10 Stunden im Ziel, die erste Athletin nach etwa 08.50 Stunden. Es geht vor allen Dingen um 40 Startplätze für den Ironman auf Hawai. Die ganze Stadt ist auf den Beinen, die vielen Straßenlokale sind bis auf den letzten Platz besetzt. Die letzten Laufkilometer bis zum Ziel auf dem Domplatz sind in der Innenstadt zu absolvieren und dort wird jeder einzelne Teilnehmer frenetisch gefeiert, auch wenn er oder sie erst viele Stunden nach der Spitzengruppe ihren Wettkampf beenden.

Der Sonntag ist dann eher trübetümplig, es gibt auch einige kurze Regenschauer. Am Montag lacht uns dafür die Sonne wieder an, der Wind weht jetzt moderat und nicht mehr so stark wie in den letzten Tagen, aber leider immer noch aus südlicher Richtung. Wir machen uns auf die Walz und legen bis zum späten Nachmittag 42 Seemeilen im Kalmarsund zurück. Am späten Nachmittag machen wir in Sandhamn fest. Morgen geht es weiter nach Karlskrona.

Sonnenuntergang in Sandhamn

Am Dienstag motoren wir bei schönstem Sonnenschein gegen einen böigen NW 15 kurze Seemeilen bis Karlskrona. Am Mittwoch geht es dann um 09.55 weiter. Der Wind kommt aus SW mit 7-12 Kn. Wir wollen uns eine günstige Ausgangslage für die für Freitag vorhergesagte Winddrehung auf Ost verschaffen und wählen als Tagesziel, wie auf der Hintour, erneut Hällevik, sieben Seemeilen südwestlich von Hanö gelegen.

Wir passieren Hanö

Hier bleiben wir dann auch noch am Donnerstag, der stark bewölkt beginnt und sich ab Mittag zu einem schönen Spätsommertag entwickelt. Wir schauen uns im Rahmen einer 25 km-Fahrradtour die Häfen Nogersund und Hörvig im Hinblick auf eventuelle spätere Besuche an.

Am Freitag ist der erhoffte Ostwind da und wir können uns auf unserem 30,5 SM-Weg nach Simrishamn, mit Ausnahme der Ab- und Anlegemanöver, endlich mal wieder ausschließlich unter Segeln fortbewegen. Auch für die noch ausstehenden gut 150 Seemeilen bis Fehmarn werden wir voraussichtlich unseren Dieselmotor nur noch für Hafenmanöver gebrauchen, jedenfalls wenn man den Windprognosen glauben schenken darf.

Nachmittags machen wir einen sehr schönen 30-km-Fahradausflug von Simrishamn aus zum Hafen von Skillinge, der uns sehr gefällt. Wir bedauern, dass wir uns die wenigen zusätzlichen Seemeilen nach Skillinge heute verkniffen haben.

Verschnaufpause im Skillinge Hamnkrog

Am Sonnabend legen wir um 08.35 in Simrishamn ab. Der Wind kommt mit 14, später mit bis zu 23 Knoten aus ONO, der Himmel ist wolkenlos.. Wir segeln erst mit dem Groß und der Genua bei raumen Wind, nach der Rundung Sandhamerens vor dem Wind und nur noch mit der Genua. Kurz vor Ystad entscheiden wir uns für das neue Tagesziel, Gislövsläge/Trelleborg. Wir machen dort nach 49 Sm um 16.05 fest. Unser Tagesdurchschnitt beträgt 6,7 Kn, bei einer Spitzengeschwindigkeit von 8,9 Knoten.

Am Sonntag verlassen wir Gislövsläge bei Kaiserwetter um 08.05, setzen bereits im Hafen die Segel und richten unseren Kurs von 223° auf dem Plotter auf die knapp 40 Seemeilen entfernte Insel Moen aus. Sehr schnell machen wir zwischen sechs und sieben Knoten Fahrt, nach einer Stunde sind es bereits 7-8 Knoten über Grund und wenig später werden es permanent über 9 Kn, bei Spitzenwerten von über 10 Kn. Nur die quer laufenden schätzungsweise 1-2 m hohen Wellen machen uns zu schaffen. Die Krängung bei unter uns durchlaufenden Wellen und gleichzeitigen Böen ist beachtlich. Als wir die Segelflächen der Genua und etwas später auch des Großsegels verringern, kommt Ruhe ins Boot, bei nur unwesentlich geringerer Fahrt. Um 13.50 erreichen wir Klintholm und treffen hier auf Hartmut und Birgit von der SY-Hackepeter. Unser Tagesschnitt beträgt heute genau 7,0 Knoten.

Ein Skandinavienhoch beschert uns seit Tagen sehr schönes Spätsommerwetter. Es soll noch bis zum Wochenende anhalten. Wir machen uns am Montag um 08.30 auf den Weg nach Gedser. Der Wind kommt mit 15 Knoten aus Ost, unser Kurs ist 214° abgesteckt auf Gedser Reff, die Welle nur noch 0,5 Meter hoch. Ein Traumsegeltag, alles läuft rund.

Um 10.40 passieren wir Hackepeter ...

... und um kurz 13.50 machen wir im Hafen von Gedser fest.

Der schöne Tag endet mit einem gemeinsamen Abendessen mit Birgit und Hartmut im Hafenrestaurant Najaden

... vom Wetter gegerbte Gesichter

Am Dienstag legen wir die letzten 32 Seemeilen unseres diesjährigen Sommertörns zurück. Bei nochmals schönstem Sommerwetter können wir insgesamt 20 Seemeilen segeln, für 12 Seemeilen brauchen wir in der Mittagsflaute doch noch unseren Jockel. Kaum in Burgstaaken angekommen, werden unsere Segel abgeschlagen und zum Segelmacher gebracht. Anschließend verholen wir uns in den Yachthafen Burgtiefe, wo dann bis zum Donnerstag die unerlässlichen Arbeiten zur Vorbereitung auf das Winterlager durchgeführt werden. Am Freitag wird Aquamarin aus dem Wasser gehoben und am Sonnabend früh ist unser Somertörn 2013 und damit eine schöne und erlebnisreiche Segelsaison 2013 unwiderruflich beendet. Es geht endgültig nach Hause.

 

 

Hier geht es 2014 weiter ...     Hier geht es zurück zum Juli