Start mit Hindernissen in die Saison 2010

Autor: Hans-Joachim

Am 21. September letzten Jahres hatten wir Aquamarin ins Winterlager gebracht und Fehmarn verlassen. Nach mehr als sechs Monaten waren Bettina und ich vom 24. bis zum 25. März für eine Nacht wieder einmal an Bord. Das Boot hatte den langen und sehr harten Winter gut überstanden, die Batterien waren immer noch fast vollständig geladen. Ich konnte einige Kleinigkeiten erledigen und dann ging es auch schon beruhigt weiter nach Berlin.

Vom Mittwoch, den 14. bis Sonntag, den 18. April war ich dann gemeinsam mit Segelfreund Hartmut auf Fehmarn, um Aquamarin endgültig aus dem Winterschlaf in Burgstaaken zu erlösen. Bereits eine Woche später war ich, diesmal jedoch allein, wieder an Bord. Direkt im Anschluss an einen zweitägigen Motorenlehrgang in Kiel hatte ich es nicht sehr weit bis zur Insel Fehmarn. Bei frühlingshaften Temperaturen, einem strahlend blauen Himmel und wenig Verkehr war es eine sehr entspannte Anfahrt. Bis zum Mittwoch Mittag konnte ich die tausend Kleinigkeiten erledigen, die in jedem Frühjahr anfallen, um ein Boot startklar für eine neue Saison zu machen. Letzten Endes läuft es immer auf einen Zeitbedarf von plus/minus sechs Tagen hinaus, um Aquamarin mit gutem Gewissen wieder ins Wasser zu bringen. Dabei habe ich mir diesmal eine umfangreiche wiederkehrende Arbeit erspart und auf einen Antifoulinganstrich des Unterwasserschiffs verzichtet. Der Anstrich aus dem Frühjahr 2009 ist optisch noch in Ordnung und soll im übrigen ja 18 Monate lang wirken. Zur Not und bei Bedarf wird das Unterwasserschiff diesmal per Tauchgang gesäubert. Wir werden sehen.

Donnerstag, 20. Mai 2010 - Fehmarn/Lübeck

Unsere Saison sollte uns diesmal endlich nach Haparanda, bis dicht an den Polarkreis, führen. Dort wollten wir uns dann einen Wagen mieten und u.a. bis zum Nordcap fahren. Das Boot war in drei vorhergehenden Arbeitsbesuchen gut auf die Saison vorbereitet worden. Großsegel, Fock und Genua sind bereits angeschlagen, als wir am Donnerstag, den 20. Mai Göttingen verlassen. Um 11:00 machen wir uns auf den Weg, um 15:00 sind die vielen Mitbringsel bereits auf unserem Boot verstaut. Wir können mit den abschließenden Arbeiten zum Saisonstart beginnen. Am Freitag soll das Boot ins Wasser gehoben werden und am Sonntag wollen wir Fehmarn verlassen

Ich hatte nach unseren letztjährigen negativen Erfahrungen mit unserem 21 kg CQR-Anker einen 32 kg Bügelanker und den dafür geeigneten Bugbeschlag mit Rollen und Wippe gekauft. Es lief alles wie am Schnürchen. Gegen 17.00 wollte ich noch auf die Schnelle den Austausch der beiden Anker vornehmen. Sowohl den Anker, als auch den schweren Edelstahlbeschlag hatte ich problemlos auf die Bugspitze gehievt, beide ineinander geschoben und dann die richtige Position zum verbolzen des Beschlags gesucht. Die Kette war angeschäkelt und da lag es nahe, mit der elektrischen Ankerwinsch etwas nachzuhelfen. Übersehen hatte ich dabei leider den im Wege stehenden Ankerfeststeller: Mein Daumen geriet zwischen Kette und Feststeller, das erste Glied wurde zwischen Daumennagel und oberem Daumengelenk abgetrennt. Der von Bettina sofort über 112 gerufenen Notarzt forderte nach der Erstversorgung einen Rettungshubschrauber an. Der flog mich in die Uniklinik Lübeck, wo ich schon erwartet und umgehend in der Plastischen- und Handchirugie operiert wurde. Anschließend folgte eine Woche Krankenhausaufenthalt und dann die Rückkehr nach Göttingen.

Der Daumen ist wieder dran, alle Sehnen/Arterien und Nerven sind geflickt, der Heilungsprozess geht gut voran. Für etwa sechs Wochen habe ich noch einen Schaschlikspieß durch den ganzen Daumen, der den Trümmern erst einmal Halt geben soll. Anfang Juli wird das Teil nach Plan heraus gezogen und Mitte Juli, so unsere Hoffnung, können wir dann mit einem 2. Anlauf erneut starten. Wir werden dann allerdings in Deutschland und allenfalls Dänemark bleiben. So weit, so dumm!

Sommertörn 2010 mit Aquamarin

Donnerstag, 1. bis Sonnabend, 31. Juli 2010
In der Lübecker und in der Wismarer Bucht

Um den 25. Juni herum wird es in ganz Deutschland hochsommerlich warm. Der mit Dorn und Schutzkappe versehene Daumen hat sich gut entwickelt, allerdings sind die Bruchstellen noch nicht ausreichend verheilt. Mich zieht es zum Boot und deshalb verabrede ich eine ambulante Weiterbehandlung in Lübeck. Am 1. Juli geht es bei schönstem Wetter ein zweites Mal Richtung Norden. Auf dem Weg nach Fehmarn schauen wir in der Handchirugie der Uni-Klinik Lübeck vorbei. Aber hier möchte man mit der Entfernung des Fixierdrahtes leider noch weitere 14 Tage warten.

Darauf war ich allerdings innerlich bereits vorbereitet. Es geht deshalb direkt weiter nach Burgstaaken, wo wir dann ab Mittag am und auf dem Boot unsere am 20. Mai so plötzlich unterbrochenen Restarbeiten fortsetzen können. Schon um 17.00 sind der neue Bugbeschlag nebst Bügelanker am Schiff sicher verbolzt! Warum nicht gleich so! Etwas später feiern wir unseren 1. Urlaubstag mit einer ortsangemessenen Fischplatte im Lotsenhus.

Am Freitag wird weiter gebastelt, u.a. bekommt Aquamarin eine digitale Fernsehantenne auf die Mastspitze gesetzt. Insgesamt muss ich dreimal für längere Zeit in den fast 20 Meter hohen Masttop. Nachdem auch die notwendigen Kabelarbeiten im Salon erledigt sind, können wir die Sektkorken knallen lassen. Wir haben einen sensationell guten Fernsehempfang, ein großes Senderangebot und ein gestochen scharfes Fernsehbild!

Am Sonnabend geht es schlag 11:00 erst an den Kran, dann ins Wasser und anschließend sofort weiter in den Hafen von Burgtiefe. Dort pusseln wir weiter am Boot herum, machen längere und schöne Fahrradausflüge, Spaziergänge, gehen Einkaufen, besuchen Caffes oder verfolgen die Spiele der Fußball-WM im Fersehen. Am Sonntag trudeln Hartmut und Birgit Brückner in Burgtiefe ein. Ihr Hackepeter liegt nur zwei Plätze von unserem Boot entfernt.

Wir lassen es ruhig angehen und genießen das schöne Wetter. Erst am Mittwoch, den 7. Juli, werfen wir die Leinen los und bewegen unser Schiff die ersten knapp 30 Seemeilen weiter. Um 17.40 lassen wir den Anker ca. eine SM südlich von Timmendorf, unmittelbar vor der Küste der Insel Poel fallen. Mit unserem Schlauchboot und mit neuem Außenborder geht es wenig später nach Timmendorf und dort umgehend ins nächste Gartenrestaurant. Um 20.30 sehen wir das WM-Halbfinale Deutschland : Spanien im Bordkino.

Am Donnerstag verlegen wir unseren Ankerplatz um 0,3 SM, fahren wieder nach Timmendorf und erfrischen uns bei inzwischen über 30° Lufttemperatur vom Boot aus. Unsere Badeplattform ist ein Segen. Am Sonnabend geht es einen kurzen Schlag weiter, in den Hafen von Boltenhagen. Die Wassertemperatur steigt bis auf 28,0° Celsius!

In Boltenhagen ist die 2. Nacht frei, wir haben einen kostenlosen, drahtlosen und gut funktionierenden Internetanschluss. Wir bleiben deshalb bis Montag und erledigen hier unsere Emailkorrespondenz, ergänzen bei Aldi unsere Lebensmittel und machen, wie immer, Fahrradausflüge.

 

Am Montag, 12. Juli, geht es mit einer traumhaften Segeltour wieder zurück in die Lübecker Bucht, diesmal in den wunderschönen Rundhafen des NSV-Neustadt. Der Rundhafen liegt stadtnah und doch idyllisch an der Einfahrt zum Stadthafen. Er besitzt einen eigenen Badestrand mit Dusche, ein hübsches Klubhaus mit preiswertem Restaurant und Außenterrasse, sehr gute Sanitäranlagen, W-Lan und einem Brötchendienst. Wir bleiben erst einmal zwei Tage, bis Mittwoch.

Dann geht es weiter in die Trave und nach Lübeck-Schlutup, an den Steg des dortigen Seglervereins. Wir machen eine längere Fahrradtour nach Meck-Vorpomm und verfransen uns im Unterholz dichter Wälder. Fahren ins Zentrum Lübecks und sind häufig Gäste der örtlichen Restaurants. Freitag habe ich wieder einen Termin in der Uniklinik: Der Drahtstift ist gewandert und muss operativ vom Daumenballen aus entfernt werden! Na Prima! Es ist mit über 30° nach wie vor sehr warm. Erst am Sonnabend gehen die Temperaturen deutlich auf 22°, bei bedecktem Himmel, zurück. Nur ab und zu kommt die Sonne durch. Nach dem Frühstück kommen Cousin Joachim und seine Frau Gertrud aus Bremen an Bord. Da sie nur bis Sonntag Mittag bleiben können, entscheiden wir uns für einen Kurztripp nach Neustadt und zurück. Bei 0-2 Knoten Wind müssen wir die meiste Zeit motoren. Wir verleben einen schönen Abend, gehen gemeinsam Essen und machen einen längeren Spaziergang durch Neustadt. Am anderen Morgen ist die Sonne zurück, es ist mit ca. 23° auch angenehm warm, der Wind kommt mit 3-4 Windstärken aus NW, wir können einen schönen 10 SM-Schlag segeln. Um 11.50 liegen wir am Steg in Schlutup und um 12.30 sind Joachim und Gertrud wieder auf dem Weg nach Bremen.

Am Montag, den 19. Juli, fahren wir erst in die Uniklinik nach Lübeck und dann nach einigen Irritationen weiter ins DRK-Krankenhaus nach Ratzeburg. Hier wurde unsere Tochter Sibylle vor mehr als 25 Jahren nach einem Fahrradunfall am Kinn genäht. Damals ist letzten Endes alles gut gegangen. Heute bin ich zur Vorbesprechung mit einer Anästesistin in der Klinik. Morgen soll eine ambulante Operation durchgeführt werden.

Dienstag Morgen bin ich um 10.30 zur Stelle, fünf Minuten später auf dem OP-Tisch narkotisiert und eine Stunde später wieder halbwegs wach. Um 14.30 kann ich das Krankenhaus in Begleitung Bettinas verlassen. Wir fahren mit einer Taxe in die Innenstadt, setzen uns in ein Eiscafe und essen dort erst einmal ein großes Eis mit frischen Erdbeeren. Anschließend geht es zurück nach Schlutup. Der Hochsommer ist übrigens seit dem Wochenanfag wieder zurück.

Mittwoch und Donnerstag finden nochmals Verbandswechsel und Kontrolluntersuchungen in der Uniklinik Lübeck statt, jedesmal ein riesiger Aufwand! So langsam geht mir die zeitliche und räumliche Bindung an meine Daumenbehandlung auf den Keks.

Am Freitag hat Bettina Geburtstag! Wir fahren nochmals ins Zentrum von Lübeck, kaufen dort ein und essen in der Fußgängerzone zu Mittag. Abends sind wir in der Gaststätte des Seglervereins Schlutup. Um 21.00 trifft Robert ein, der mit uns eine Woche lang segeln will.

Am Sonnabend feiert Robert seinen 35. Geburtstag. Es ist teils heiter, teils wolkig, der Wind kommt mit 4 Bft. aus NW und soll später mit 5-6 Bft. sowie Schauer- und Gewitterböen wehen. Um 10.20 legen wir mit dem Ziel Kühlungsborn ab. Mit 7-11 kn sind wir sehr schnell aber auch sehr unruhig unterwegs. Ich schlage vor, etwas abzukürzen und nach Boltenhagen zu segeln. Wir bleiben dort zwei Tage, bis zum Montag.

Montag, der 26. Juli: Mit leichtem NW-N-Wind von 2-3 Bft. geht es bei strahlendem Sonnenschein Richtung Warnemünde. Dort finden wir im alten Yachthafen Platz und bleiben auch hier wieder zwei Tage. Es bleibt weiter bei angenehmen Lufttemperaturen um 25°. Am Dienstag kommt um 19.30 Barbara von der Shassada an Bord. Armin liegt zur Zeit im Krankenhaus. Es wird ein sehr netter Abend. Sie kann viel von ihrer Brasilientour erzählen. Um 24.00 bringen wir Barbara zur Fähre zurück.

Am Mittwoch, den 28. Juli, disponieren wir erneut um. Es ist nochmals angenehm warm, annähernd wolkenlos und kaum Wind. Die Wettervorhersage jedoch eindeutig: Es wird kühler und regnerisch. Der Wind wird nachts bis auf fünf Bft. zulegen. Da bei meinem Daumen am 2. August die Fäden gezogen werden müssen, macht es keinen Sinn unter diesen Bedingungen weiter nach Osten zu segeln. Wir entscheiden uns für Burg auf Fehmarn. Von dort aus kann Robert den Zug nach Göttingen nehmen und für mich ist Lübeck mit unserem Auto gut zu ereichen. Um 8.55 legen wir in Warnemünde ab. Nach 37 Seemeilen machen wir um 15.20 in Burgtiefe während eines Regenschauers fest. Robert verläßt uns am Freitag. Wir bringen ihn um 10.42 nach Puttgarden zum Zug. Anschließend machen wir eine Inselrundfahrt mit dem Auto.

Abends verfolgen wir die LA-Europameisterschaft im Fernsehen. Am Sonnabend wird das Wetter wieder besser. Am Sonntag machen wir eine längere Fahrradtour nach Lemkerhafen und kehren unterwegs in einem hübschen Hofcafe ein. Am Montag, den 2. August 2010, fahren wir mit unserem Pkw nach Lübeck. Dort werde ich ein letztes Mal verarztet. Von jetzt an kann ich mich endlich wieder frei bewegen.

Dienstag, 03. August 2010: Wir legen in Burgtiefe ab und verlegen uns in die Marina Heiligenhafen. Wir waren lange nicht hier und sind erstaunt, was Ort und Hafen alles zu bieten haben. Wir machen u.a. eine längere Radtour um den Heiligenhafener Binnensee.

Mittwoch, 04. August 2010: Um 8.40 verlassen wir Heiligenhafen bei bestem Wetter, können entspannt segeln und legen nach 34 schönen Seemeilen um 14.45 in Kiel-Schilksee an. Kurz vorher hat es zu regnen angefangen. Am späten Nachmittag kommen Clem und ihr Bruder Paul zum Kaffee zu uns an Bord.

Donnerstag, 05. August 2010: Um 10.55 geht es bei leichtem Wind ganz gemütlich ins nur 15,5 Seemeilen entfernte Eckernförde. Clem und Paul sind mit an Bord.

Freitag, 06. August 2010: Um 11.30 geht es an Damp 2000 vorbei in die Schlei und weiter nach Maasholm. Dort erwarten uns schon Maren und Hans Nerlich. Mit ihnen machen wir nach dem Kaffee noch einen gemeinsamen Fahrradausflug durch Maasholm und Umgebung.

Sonnabend , 07. August 2010: Wir fahren mit dem Fahrrad nach Kappeln und stärken uns dort mit einem kg Süßkirschen und je einem großen Obstjoghurt. Wir besichtigen in Ruhe die Innenstadt und die dortige Kirche und sind gegen 15.30 nach 30 km zu Kaffee und Kuchen an Bord zurück. Um 17.00 treffen Jürgen Danielowski, Reinhard Kraft und Schwager in Maasholm ein. Wir bestellen für 19.30 einen Tisch im Restaurant Störtebecker und verleben dort einen netten und kurzweiligen Abend. Anschließend sind wir noch kurz beim Tanzvergnügen im Festzelt. Mein voller Bauch läßt jedoch keine ausgelassenen Sprünge mehr zu. Es geht zurück an Bord. Dort sehen wir noch einen Fernsehfilm.

Sonntag, 08. August 2010 : Um 11.00 kommem Jürgen, Reinhard und Schwager mit Sekt im Gepäck zu uns an Bord. Das zweite kurzweilige Sektfrühstück wird im Cockpit eingenommen. Um 14.00 verabschieden sich die drei. Sie laufen kurz danach mit ihrem Boot aus. Wir starten mit dem Fahrrad nach Steinbergholz zu Nerlichs, brechen die Fahrt jedoch wegen Gewitterschauer ab und lassen uns abholen. Mit Maren und Hans verleben wir einen sehr schönen Nachmittag und Abend, machen einen längeren Spaziergang u.a. nach Steinberghaff am Grundstück von Erika und Joachim Rose vorbei und grillen später im Garten. Um 21.30 bringt uns Hans nach Maasholm zurück.

Montag , 09. August 2010: Gegen Mittag verlassen wir Maasholm und verlegen uns 3 Sm weiter in den Stadthafen von Kappeln.

Dienstag, 10. August 2010 : Um 10.50 passieren wir die geöffnete Schleibrücke in Kappeln und um genau 12.00 lassen wir auch die Klappbrücke bei Lindaunis hinter uns. Unser Tagesziel ist das Gunnebyer Nor, wo wir nach 10 SM unseren Anker auf 2,8 Meter Wassertiefe fallen lassen. Das Wetter ist durchwachsen. Regen, Wind und Sonne wechseln sich ab. Am Mittwoch setzen wir mit unserem Schlauchboot in eine ca. 400 Meter entfernte Badebucht über und machen anschließend einen mehrstündigen Landspaziergang. Wir warten die vorhergesagte Wetterbesserung ab und bleiben noch bis zum Donnerstag im Gunnebyer Nor.

Donnerstag, 12. August 2010: Um 11.40 gehen wir Anker auf. Um 12.50 machen wir einen Zwischenstopp in der Großen Breite und legen (im Regen) in der Werftmarina Schrader an. Meine Nachfrage gilt einem Winterliegeplatz. Der Preis ist eine Frechheit. Leider habe ich dem Werftchef das nicht ins Gesicht gesagt. Es geht weiter nach Schleswig, wo wir um 14.15 im neuen Stadthafen festmachen. Der Stadthafen liegt direkt am Zentrum. Er hat alles, was Segler brauchen. Schleswig bietet auch sonst viel. Wir bleiben deshalb bis zum Wochenende. Am Freitag machen wir einen mehr als 40 km langen Fahrradausflug rund um die Kleine und die Große Breite der Schlei. An der Missunder Enge kehren wir ein, nehmen anschließend die Fähre und setzen unsere Tour über Berg und Tal (sehr anstrengend!) fort. In Fahrdorf kehren wir nochmals auf ein kühles Bier ein. Um 17.30 sind wir zurück auf dem Boot.

 

Sonnabend, 14. August 2010: Heute ist Museumstag. Wir besuchen im SchlossGottorf das Archäologische Landesmuseum, das Landesmuseum für Kunst und Kunstgeschichte sowie den Barockgarten.

 

Sonntag, 15. bis Sonnabend, 21. August 2010:

Um 11.40 verlassen wir Schleswig und bereits nach drei Stunden und 18 Sm machen wir erneut im Stadthafen von Kappeln fest. Das Wetter ist wieder unbeständig geworden.

Am Montag, den 16. August kommen Klaus und Clem mit ihrer Dufor34 Clemmi nach Kappeln und auf unseren Nachbarliege-platz. Wir gehen am Abend gemeinsam essen.

Dienstag wollen wir mit beiden Booten Richtung Ärö/Marstal segeln. Wir haben gerade Schleimünde passiert, als der Wind auf lediglich einen Hauch nachläßt. Wegen der Wind- und damit Segelprognose für die nächsten Tage, entscheiden wir uns für Gelting als neues Tagesziel. Bei angesagten Starkwinden aus West haben wir von dort aus eine gute Ausgangsbasis für den Alssund und den kleinen Belt. Hoffmanns wollen weiter nach Ärö. Unsere Wege trennen sich deshalb leider. Wir müssen lediglich 1,5 Stunden motoren, dann können wir bereits wieder unsere Segel setzen und können bis zum Geltinger Hafen segeln.

Am Mittwoch geht es bei Starkwind aus West unter Segeln weiter bis Augustenborg, wo wir zwei Nächte bleiben. Am Freitag segeln wir dann in die Ankerbucht Dyvig und am Sonnabend ankern wir nach einer optimalen Segeltour im Naturhafen der Insel Lyö.

 

Sonntag, 22. bis Dienstag, 31. August 2010:

Von Lyö aus geht es am Sonntag unter erst voller und später gereffter Besegelung Richtung Marstal (hier treffen wir auf eine kurze Flaute und strömenden Regen) und dann weiter nach Bagenkop. Kurz vor dem Ende der Marstalrinne, erwischt uns unter voller Besegelung ein Gewitter mit Böen über 30 Knoten Wind! Unser Boot ist mit 9,5 Knoten über Grund sehr schnell und schiebt bis an die Scheuerleiste Lage. Erst nach deutlichen Reffs entspannt sich die Situation, wir kehren zu einem stabilen Segeln zurück, ohne dass die Geschwindigkeit nach-lässt. Kaum im Hafen angekommen bestellen wir uns erst einmal für den Abend zwei halbe Hähnchen mit Fritten und Majo. Darauf habe wir uns schon lange gefreut!

Montag, 23. August : Heute wollten wir eigentlich zurück nach Fehmarn. Das Wetter macht uns jedoch einen Strich durch die Rechnung. SE (genau gegenan) 3-4, zunehmend 5-7, später 8-9 Bft. Wir bleiben und werden bis Donnerstag eingeweht! Erst am 26. August schwächt sich der Wind ab. Um 15.00 machen wir in Burgstaaken fest, eine halbe Stunde später sind bereits alle Segel mit Hilfe von Donausegel abgeschlagen, eingetütet und von Bord. Wir machen unser Boot winterfest. Am 28. August wird es aus dem Wasser gehoben. Alle wichtigen Arbeiten sind erledigt, als wir uns am Dienstag, den 31. August auf den Weg zurück nach Göttingen machen.

Damit ist die Segelsaison 2010 für uns und unser Schiff beendet!

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