Vorbereitung auf die Saison 2009

Auch in diesem Jahr waren wieder tausend Dinge zu erledigen, um Aquamarin aus dem Winterschlaf in Burgstaaken/Fehmarn zu erlösen. Insgesamt sechs Tage (vom 19. bis zum 22. April gemeinsam mit Bettina und vom 26. bis zum 29. April allein) brauchten wir für diverse Arbeiten, bis unser Boot für die 10. Saison seit der Fertigstellung (!) -diesmal sogar mit angeschlagenen Segeln- ausreichend vorbereitet war.

Am Montag, den 18. Mai, verlassen wir nach einem Abschiedsbesuch bei unserer Tochter/Schwiegersohn und unseren drei Enkelkindern um 19.30 Göttingen, um nach Fehmarn zu starten. Bereits am folgenden Dienstag, um 15.00, wird Aquamarin im Hafen von Burgstaaken gekrant und damit dem eigentlichen Element übergeben. Noch am selben Abend verholen wir das Schiff in den Yachthafen Burgtiefe, wo wir am Mittwoch -alles bei allerschönstem Wetter- letzte Restarbeiten erledigen, Proviant einkaufen und vor allen Dingen Getränke bunkern.

Am 21. Mai können wir dann unseren diesjähriger Sommertörn beginnen, der uns diesmal mit einigen Zwischenstopps von Fehmarn bis Rügen, anschließend weiter nach Bornholm und an die schwedische Südküste, dann zur Insel Öland und zuletzt durch die grandiose Schärenwelt der schwedischen Ostküste wieder einmal nach Stockholm führen soll. Dort wollen wir dann in Abhängigkeit von Wind und Wetter entscheiden, ob wir noch weiter in Richtung Norden, bis in den Bottnischen Meerbusen, segeln werden.

Fehmarn bis Rügen

Donnerstag, 21. Mai 2009

Aber erst einmal haben wir einen Besuch des malerischen Malente in der holsteinischen Schweiz eingeplant  Dort wollen wir ein Treffen der in den 60iger bis Anfang der 70iger Jahre aktiven deutschen Spitzenzehnkämpfer besuchen. Alle zwei bis drei Jahre findet dieses Oldietreffen statt. Der Zusammenhalt ist beispielhaft. Diesmal hat Kurt Bendlin, der frühere 10-Kampf-Weltrekordler, in seinen Geburtsort Malente eingeladen.

Um 09.50 Uhr legen wir in Burgtiefe ab. Die Sonne strahlt am blauen Himmel, der Deutsche Wetterdienst sagt E um 7 kn voraus, so dass wir uns auf eine gemütliche Segeltour einstellen können. Nach 28,5 sm machen wir bereits um 15.00 im sehr schönen Rundhafen des Neustädter Seglervereins fest. Hier wird unser Boot bis Sonntag bleiben. Wir werden uns morgen von Doris und Bernd Knut, Freunde aus Leverkusener Zeit, nach Malente mitnehmen lassen. Die beiden werden nach dem 10-Kämpfertreffen noch zwei Tage bei uns an Bord bleiben.

Nach dem Abendessen im gemütlichen Vereinslokal weihen wir unseren neuen Bordfernseher ein, der DBV-T und S empfangen kann. Er funktioniert sensationell einfach und gut!

Freitag, 22. bis Sonntag, 25. Mai 2009

Pünktlich, wie die Maurer, treffen Doris und Bernd um 15.00 an Bord ein. Nach dem Kaffeetrinken geht es dann gemeinsam zum Landhaus am Holzberg in Bad Malente zum 10-Kämpfertreffen weiter, wo wir dann bis Sonntag, bei bestem Wetter, ein sehr schönes, interessantes und lustiges Wochenende verleben. Nachfolgend eine kleine Bildauswahl (mehr in der Fotogalerie).

Gruppenfotos mit und ohne Partner

Samstag abend, Einzug der Gladiatoren in Kurts Camp

Erste Überlebensübungen mit Pfeil und Bogen

Bettina mit unserem Altmeister und Trainer Friedel Schirmer und Frau

Hier musste niemand hungern

Zum Abschluss noch eine Nagelprobe

Nachfolgend noch ein Zeitungsartikel aus den Lübecker Nachrichten, gefunden unter www.hl-live.de ,

Empfang für Deutsche Zehnkampf-Ex-Weltrekordler

Viele Namen sind noch in guter Erinnerung: Deutsche Ex-Weltrekordler und Olympiasieger im Zehnkampf. Viele von ihnen pflegen persönliche Kontakte untereinander nach den auch für unvergesslichen Eindrücken aus den Wettkämpfen. Am Wochenende besuchten sie Lübeck.

Die Sportler treffen sie sich auch regelmäßig, wie dieser Tage in Bad Malente. Zwei Tage lang tauschten sie jedoch nicht nur Erinnerungen aus, sondern ein interessantes Rahmenprogramm bot ihnen "Highlights", die sie auch in die Hansestadt Lübeck führten. Koordinator Henning Henschel sorgte neben einem Besuch "seiner" Drägerwerk AG für die Erfüllung eines besonderen Wunsches: Kurt Bendlin, Ex-Weltrekordler und Bronze-Medaillensieger auf der Olympiade in Mexiko, hatte gebeten, Sportsenatorin Annette Borns für einen Empfang im Audienzsaal des Lübecker Rathauses zu gewinnen. Dem hatte die Hansestadt sofort entsprochen, wenn auch als Gastgeberin gestern Nachmittag Bürgerschaftsmitglied und Fraktionsgeschäftsführerin Astrid Stadthaus-Panissié begleitet von den Bürgerschaftskollegen Jörn Puhle und Klaus Voigt die Grüße auch des Bürgermeisters überbrachte.

Ein Gästekreis, dem über Kurt Bendlin hinaus Hermann Alms, Horst Beyer, Heinz Gabriel, Günter Grube, Wolfgang Heise, Willi Holdorf, Joachim Kirst, Dr. Max Klauß, Bernd Knut, Hans Nerlich, Hans-J. Perk, Manfred Tiedtke, Werner von Moltke, Dr. Joachim Walde und Herbert Wessel sowie Zehnkampf-Trainer Friedel Schirmer angehörten.

Astrid Stadthaus-Panissié zeigte, dass sie im Zusammenhang mit der jüngsten Besetzung des Amtes der Stadtpräsidentin durchaus berechtigt im Gespräch gewesen ist. Denn sie bewies bemerkenswerte Sachkenntnis zur Historie der Hansestadt wie auch "Neuzeit" und dem Heute so souverän, als sei dies für sie – wenn auch besonderer – Alltag. Musikalisch begleiteten Mezzosopran Tina Brandl und Gitarrist "Jean-Pierre" den Empfang, erfüllten unter anderem gerne einen weiteren Wunsch Bendlins mit "Ave Maria". Wie bei abschließendem "Rotspon und Marzipan" zu hören war, rundeten unter anderem eine Stadtführung und ein Niederegger-Besuch den sonnigen Tag ab, bevor am späten Nachmittag die Rückfahrt nach Bad Malente angetreten wurde. Zu hören war auch, dass man gerne dem Vorschlag von Astrid Stadthaus-Panissié nachkommen würde, Lübeck und seine schöne "Tochter" Travemünde wieder zu besuchen.

Die zumeist von ihren Ehefrauen begleiteten sportlichen Gäste zeigten sich begeistert von Lübecks guter Stube, dem historischen Audienzsaal. Foto: IB

Die zumeist von ihren Ehefrauen begleiteten sportlichen Gäste zeigten sich begeistert von Lübecks guter Stube, dem historischen Audienzsaal.

Foto: IB

Text-Nummer: 52938   Autor: IB/red.   vom 24.05.2009 19.14

 

Sonntag, 25. bis Dienstag, 27. Mai 2009

Nach einer sonnigen 5-Seenrundfahrt auf dem Dieksee und den vier mit ihm verbundenen Seen waren sich alle Teilnehmer einig, einmal mehr an einer sehr schönen Veranstaltung teilgenommen zu haben. Kurt und vor allen Dingen Martina haben ganze Arbeit geleistet. Vielen Dank. Das nächste Treffen wird in zwei Jahren in Potsdam stattfinden.

Mit Doris und Bernd machen wir uns auf den Weg ins nahe gelegene Neustadt zu unserem Boot. Um 15.40 legen wir Richtung Wismarer Bucht ab. Bei westlichen Winden von 6-8 Knoten setzen wir lediglich die 65 m² Genua und lassen uns vor dem Wind mit durchschnittlich 5 kn Fahrt über die Lübecker Bucht treiben. Um 20.55 fällt nach insgesamt 25,6 sm der Anker vor dem Dorf Brandenhusen in der Wismar Bucht. Kurze Zeit später ist das Essen auf dem Tisch. Es wird ein gemütlicher Abend bevor es dann gegen Mitternacht in die Kojen geht.

Um 10.30, kurz nach dem Frühstück, wird am Montag Morgen der Anker aufgeholt. Der Himmel ist noch bedeckt, erst auf dem Weg in den fünf sm entfernten Stadthafen von Wismar, wo wir um 11.25 festmachen, klart der Himmel langsam auf und während einer längeren Stadtbesichtigung wird es dann noch richtig warm.

Blick von der Nikolaikirche auf St. Georgen

Nikolaikirche Mittelschiff

Die Wasserkunst auf dem Marktplatz in Wismar

Turm der Marienkirche, früher auch Seezeichen

6.) Alle sind unzufrieden aber bei den Wahlen stimmen 99% für das System

Um 14.15 legen wir in Wismar wieder ab und motoren knappe 7 sm. Mit halbem Wind, voller Besegelung und Kurs 280° geht es dann die letzten drei Seemeilen zum neuen Yachthafen von Boltenhagen. Dort machen wir um 16.00 fest und starten sofort einen längeren Spaziergang in und durch das etwa drei km vom Hafen entfernte Seebad. Nach einer Bierpause geht es zurück und auf Einladung von Doris und Bernd ins Fischrestaurant Kamerun, direkt am Yachthafen gelegen. Das Essen ist gut und es wird sehr ein netter Abend.

Am Strand und auf der Seebrücke von Boltenhagen

Am Dienstag Morgen bekommen wir ein Problem, als der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung für die Ostseeküste heraus gibt. Obwohl wir extra früh aufgestanden sind, geben uns die ständig über den NDR gesendeten Berichte über die sich äußerst schnell bewegende Gewitterfront das Gefühl, dass wir den 25 sm langen Rückweg nach Neustadt, wo Knuts ihr Auto zurückgelassen haben, nicht unbeschadet schaffen werden. Nachdem sogar von 10 Bft.-Gewitterböen im Raum Kiel berichtet wird, sind wir uns einig, dass wir uns das nicht unbedingt antun müssen. Bernd erkundigt sich nach den Möglichkeiten per ÖPNV nach Neustadt zu gelangen (eine Tagesreise!) und ich tue das Naheliegende, ich rufe, trotz der Proteste von Bernd, Günter Grube in Lübeck an und schildere unser Problem. Günter ist sofort bereit, Doris und Knut mit seinem Wagen abzuholen. Kurz nach 14.00 ist er im Hafen. Noch eine letzte Kaffeepause an Bord und dann machen sich die drei auf den Weg nach Neustadt. Dank an Günter von hier aus für seine ganz selbstverständliche und spontane Hilfestellung. Am späten Abend meldet sich Bernd bereits vom Kamener Kreuz, nur noch 100 km von zu Hause entfernt. Wir hoffen, dass wir diesen abgebrochenen Törn im nächsten Jahr unter etwas besseren Wetterbedingungen fortsetzen können.

Mittwoch, 28. bis Sonnabend, 30. Mai 2009

Bei starken westlichen Winden verlassen wir um 11.25 Boltenhagen mit Kurs Kühlungborn. Wir nutzen vor dem Wind lediglich die stark verkleinerte Genua und machen trotzdem mehrfach um 10 kn Fahrt. In Böen messen wir immer wieder 33 bis über 40 kn Wind, das sind kurzzeitig etwa neun Windstärken. Wir sind deshalb froh, als wir um 14.50 in Kühlungsborn nach 23,7 sm festmachen.

Im Hafen von Kühlungsborn

Donnerstag: Fahrradausflug nach Heiligendamm ...  

...und Bad Doberan

Das Münster in Bad Doberan

Freitag: Fahrradausflug in das Ostseebad Rerik

Sonntag, 31. Mai bis Dienstag 2. Juni 2009

Endlich hat der stürmische Wind nachgelassen. Wir messen im Mittel noch 14 kn (4 Bft) aus Richtung NE. Nach etlichen Telefonaten und einer letzten Fahrradtour durch Ost- und West-Kühlungsborn legen wir um 14.10 ab. Nach einem 40-minütigem Kreuzschlag legen wir Warnemünde mit Kurs 91° direkt an. Nach 21,5 sm machen wir um 18.00 im Yachthafen Hohe Düne fest.

Den sommerlichen Pfingstmontag verbringen wir mit lesen, sonnen und einem längeren Spaziergang durch Warnemünde. Dabei haben wir Gelegenheit, die ablegende 252 Meter lange AIDAluna hautnah zu beobachten. Abends sitzen wir noch bis weit nach Mitternacht im Cockpit. Es ist eine laue Sommernacht, wie am Mittelmeer.

Am Dienstag, den 2. Juni, stehen wir etwas früher als sonst auf. Es soll nach Stralsund weitergehen. Die Windvorhersage des DWD von 06.00 spricht von NW um 3 Bft, bis zum Abend zunehmend 6-7. Wir checken aus und wollen gerade starten, als die Dänen über Funk eine aktuelle Starkwindwarnung für die westliche Ostsee verbreiten. Wir hören deshalb unplanmäßig den Seewetterbericht von DP07 ab: Tatsächlich hat jetzt auch der DWD eine Windwarnung N-NW 5-6, in Böen 8 Bft herausgegeben. Wir werden unsicher. In Warnemünde haben wir immer noch lediglich 3 Windstärken, bei blauem Himmel. Es ist auch sehr warm. Es sieht nicht nach einem urplötzlichen Wetterwechsel aus. Nur die lange Distanz macht uns Sorgen. Bis Rügen haben wir 50 Seemeilen offene Küste, ohne jeden Hafen. Das ist die längste deutsche Küstenlinie ohne Schutzmöglichkeit. Der etwa in der Mitte liegende Schutzhafen Darßer Ort ist seit 2007 versandet und nicht mehr anzulaufen. Als wir über Funk von einer Segelyacht hören, dass in der Kieler Bucht der Wind innerhalb weniger Minuten von 3 auf 6 Bft. zugenommen hat, bekommen wir Muffe und entscheiden uns dann doch zum Bleiben. Wir machen stattdessen eine sehr schöne und über 40 km lange Radtour zum Ostseebad Gralmüritz. Als wir gegen 16.00 nach Warnemünde zurückkehren, ist der Himmel immer noch blau, der Wind weht jetzt mit 4 Bft. Unsere Entscheidung war leider falsch. Wir hätten doch weiter segeln sollen! Aber hätte, würde, könnte ... wir sind in Warnemünde und werden vielleicht noch einige Tage auf den richtigen Wind warten müssen. Warnemünde ist allerdings nicht der schlechteste Standort um einige Schlechtwettertage zu verbringen.

Am späten Abend kommt es dann doch noch, mit Verzögerung, zu Starkwind und sinkenden Lufttemperaturen. Morgen soll noch Regen hinzu kommen.

Mittwoch, 3. bis Freitag 5. Juni 2009

Mittwoch: Das Wetter entspricht der Vorhersage. Starker bis stürmischer Wind aus NW-lichen Richtungen, immer wieder Hammer-böen, aber es gibt auch freundliche, sonnige Abschnitte. Wir richten uns in Warnemünde ein, nehmen mehrfach täglich die Hafenfähre über die Warnow, gehen auf der Westseite Warnemündes bummeln, einkaufen usw. Am Abend bekommen wir unerwarteten Besuch. Barbara aus Rostock, die wir vor zwei Jahren mit ihrem Mann Arnim in Klaipeda kennen gelernt haben und die beide ebenfalls Eigner einer Reinke 13M sind, hat im Internet unsere diesjährige Reiseroute verfolgt und unseren Aufenthalt im Hafen Hohe Düne zu unserer Freude zu einem kurzen Bordbesuch genutzt. Wir verabreden uns für den folgenden Donnerstag abend auf unserem Schiff.

Donnerstag: Um 08:40 sind Barbara und Arnim bei uns an Bord. Es wird ein sehr netter und harmonischer Abend. Wir haben uns viel zu erzählen. Bereits in Klaipeda hörten wir von ihren Planungen für eine Weltumsegelung. Und nun sind sie mit den umfangreichen Vorbereitungen fast am Ende. Schon in zwei Wochen soll es endgültig losgehen. Nord-Ostseekanal, Nordsee, England, Biskaya, Spanien, Portugal und die Kanaren stehen erst einmal auf dem Programm. Im Dezember soll es dann Richtung Kapverden, Brasilien und Argentinien weitergehen. Vorläufiges Ziel ist die Duchquerung der Magelanstraße. Und dann? Man wird sehen. Wir beneiden die beiden, wünschen ihnen um 01:40 zum Abschied viel Glück und hoffen, von ihnen zu hören.

Arnim und Barbara auf ihrer Reinke 13M SY-Shassada im Jahr 2007 im Hafen von Klaipeda/Litauen

Bettina, Barbara, Arnim und Hans-Joachim auf der SY-Aquamarin 2009

 

Freitag, 5. bis Sonntag 7. Juni 2009

Der DWD sagt W-NW-liche Winde 4-5, später abnehmend 3-4 und langsam N-drehend voraus. Wir lassen uns deshalb Zeit und legen erst um 11.25 im Hafen Hohe Düne ab. Es ist zu diesem Zeitpunkt sonnig, einige dunkle Wolkenfelder vermiesen uns jedoch etwas die Stimmung. Nur mit der gerefften Genua machen wir bei raumen Wind und Kurs 35° beständig um die 7 Knoten Fahrt. Als uns um 12.50 eine tief-schwarze Wolkenbank erreicht, dreht der Wind urplötzlich und Aquamarin läuft bei Böen von 38 Knoten aus dem Ruder und legt sich schwer auf die Seite. Eine dominante Windrichtung ist erst einmal nicht mehr auszumachen. Das macht keinen Spaß. Mit stark verkleinerter Genua und Motorunterstützung bekommen wir die Situation in den Griff. Die nächste halbe Stunde fahren wir mit 40° zum Wind, bevor er dann ganz langsam wieder auf Raum zurückdreht. Um 15.15 gehen wir vor Darß auf 90° Ostkurs.

Noch zweimal verdunkelt sich der Himmel beträchtlich, es gibt Schauerböen, die jedoch gut zu händeln sind, und einmal hagelt es - das ganze Cockpit ist voller schmelzender Hagelkörner. Segelspaß ist für uns etwas anderes. Wir sind deshalb froh, als wir um 18.30 nach insgesamt 48 Seemeilen im Hafen von Barhöft, jetzt bei strahlendem Sonnenschein und wenig Wind, festmachen. Zur Belohnung geht es anschließend ins Restaurant Seeblick zum entspannten Abendessen. Wir telefonieren noch kurz mit unseren Kindern und verabreden uns mit unserer Berliner Verwandschaft für den nächsten Tag.

Am Sonnabend kommen Christa und Detlef, die mit ihren Kindern Urlaub in Prerow machen, um 10.40 an Bord. Sie überraschen uns mit einem zweiten Frühstück, bestehend aus Sekt und Pralinen. Es ist noch sonnig und angenehm warm. Um 12.45 legen wir ab, tanken erst noch 200 l Diesel, und segeln dann gemeinsam die knapp 10 Seemeilen nach Stralsund, wo wir um 14.35 festmachen. Später radeln Hans-Joachim und Detlef mit den Bordfahrrädern 18 km zurück nach Barhöft, um das Auto nach Stralsund zu holen, während sich Bettina und Christa in der Stadt verlustieren. Zurück an Bord sitzen wir noch einen Moment zusammen, inzwischen ist es richtig kühl geworden, bis uns die beiden um 18.00 wieder verlassen. Es war für alle ein sehr schöner Nachmittag.

Der Sonntag beginnt trübe, kalt und regnerisch. Wir schlafen lange und versuchen später Kontakt zu einer Tante und Cousine aus Berlin zu bekommen, von denen wir gehört haben, dass sie heute das Oceaneum in Stralsund besuchen werden. Leider haben sie ihr Handy abgestellt. Um 17.15 legen wir in Stralsund ab, passieren um 17.40 die Ziegelgrabenbrücke und motoren etwas über 10 Seemeilen in die zur Insel Rügen gehörende geschützte Gleiwitzer Wiek. Dort werden wir die Nacht über ankern. Gegen 03.00 zerrt Aquamarin bei Windböen um 30 Knoten heftig an der Ankerkette.

Montag, 08. bis Dienstag, 09. Juni 2009

Nach unruhiger Nacht stehen wir wieder spät auf und lichten dann um 11.50 unseren Anker. Wenig Sonne löst sich mit Wolken, Regenschauern und Gewitter ab. Nach 16,5 Seemeilen machen wir um 14.30 im Hafen von Wiek/Greifswald fest. Hier wollen wir eine kleinere Reparatur an unserer Fock und eine Überprüfung unserer Radaranlage vornehmen lassen.

Die Fock wird bereits um 15.30 vom Segelmacher abgeholt. Er wird die im Achterliek verdeckt eingearbeitete und am Segelhals abgerissene Trimmleine wieder nach oben führen und dort vernähen. Wir bekommen das Segel bereits am anderen Morgen repariert zurück. Eine Überprüfung der Radaranlage noch am Montag abend führt zu nichts. Wir bleiben den Dienstag in Wiek, da uns Hoffnung gemacht wird, den Fehler später doch noch zu finden. Meine frühzeitige Skepsis bewahrheitet sich. Herr Schultze vom gleichnamigen Boots-Center ist zwar sehr rührig, aber leider erfolglos. Außer Spesen nichts gewesen! Das ware ein teure Versuche, die wir uns hätten sparen können. Wir sind jetzt genauso schlau wie vorher. Auf unser Radargerät werden wir wohl in dieser Saison verzichten müssen.

Mittwoch, 10. bis Sonntag, 14. Juni 2009

Bei SW-lichen Winden um 5 Bft. und heiterem bis wolkigem Himmel legen wir am Mittwoch um 10.40 in Wiek mit Ziel Saßnitz ab. Auf unserem raumen Kurs kommt wieder nur unsere leicht gereffte Genua zum Einsatz. Sie reicht für permanent 6-7 Knoten Fahrt über Grund. Als wir Südperd auf der Insel Rügen passieren legt der Wind zu und dreht auf West. Ab Nordperd messen wir gute 6 Bft. bei einem Kurs von 55° zum scheinbaren Wind. Wir rollen die Genua weg und tauschen sie gegen die gereffte Fock ein. Das mindert deutlich die jetzt nicht mehr so spaßige Schräglage, bei immer noch 5,5 Knoten Fahrt über Grund. Im Hafen von Saßnitz pfeift uns der Wind recht ordentlich um die ohren, als wir nach genau 33 Seemeilen um 15.40 mit uns zufrieden anlegen. Geschafft! Unser Schnitt von 6,6 Knoten lediglich mit Vorsegeln erziehlt ist nicht zu verachten.

Die Wind- und Wettervorhersagen sehen bis zum Sonntag wenig erfreulich aus. Donnerstag und Freitag nur ergiebiger Regen bei zunehmendem Wind aus westlichen Richtungen. Bereits am Freitag soll es hier mit 9 Windstärken blasen. Wir ergeben uns unserem Schicksal und richten uns auf einen Aufenthalt in Saßnitz mindestens bis Sonntag ein. Die augenblickliche Wind-Vorhersage für Sonntag Mittag lautet West 4-5, Böen 6. Wenn diese Prognose eintrifft, werden wir am Sonntag Richtung Rönne auf der Insel Bornholm starten.

Es ist Freitag, der 12. Juni. Wir haben eine unruhige, stürmische Nacht hinter uns. Bis Donnerstag abend war es in Saßnitz noch relativ ruhig. In der Nacht steigerte sich der Wind dann bis zur Sturmstärke, zeitweise konten wir 40 Knoten Wind, entsprechend 9 Windstärken, messen. Aquamarin zerrte an den von mir sicherheitshalber doppelt und dreifach gelegten Festmacherleinen. in den Hafen läuft kräftiger Schwell. Mehrfach musste ich in dieser Nacht zur Leinenkontrolle hinaus. Der Wind heult in den Wanten, Regen prasselt auf das Deck. Es ist ungemütlich. Für Rügen sind heute noch Böen bis 11 Windstärken prognostiziert. Spaß ist was anderes. Unser Nachbarboot, eine ältere Hanse 40, verläßt um 11.00 mit drei jungen Männern an Bord den Hafen Richtung Greifswald. Der Vercharterer hatte fernmündlich auf eine vertragsgemäße Rückführung bestanden. 33 Seemeilen gegen den stürmischen SW mit der Gefahr von Orkanböen, viel Vergnügen! Wir schütteln nur den Kopf und finden das unverantwortlich.

Freitag, 14.00 Uhr. Es regnet nicht mehr, dafür fällt der SW-Wind jetzt bereits mit 9 bis 10 Bft. ein. Aquamarin wird auf der Luvseite inzwischen von jeweils vier Vor- und vier Achterleinen gehalten. Sicher ist sicher. Unser Schiff tanzt wie verrückt und hat in dem bei SW ziemlich ungeschützen Hafen immer wieder bis zu 10° Schräglage.

Am Sonnabend strahlt die Sonne wieder vom blauen Himmel. Es ist immer noch stürmisch, jedoch bläst es nicht annähernd so stark wie an den Vortagen. Bettina geht einkaufen, ich klettere in den Maschinenraum, prüfe die Ölstände und wechsel das Getriebeöl. Abends gehen wir auf einen umgebauten Fischkutter preiswert und gut essen. Es ist unser letzter Abend in Saßnitz. Morgen wollen wir nach Bornholm weiter segeln.

Wir verabschieden uns am Sonnabend mit einem rustikalen Abendessen von Saßnitz/Rügen

 

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