Von Göteborg bis zum Vänernsee

Sonnabend, 14. Juni 2008

In den letzten Tagen konnten die Aufträge für ein neues Rigg , das Großsegel und die Genua erteilt und auch angezahlt werden. Aquamarin ist ab jetzt und voraussichtlich für die nächsten drei Wochen ein reines Motorboot! Diesen Zeitraum werden wir für eine Fahrt zum ca. 100 km entfernten Vänernsee nutzen. Er ist der drittgrößte See Europas, etwa 11 x so groß wie unser Bodensee und liegt 44 Meter über dem Ostseeniveau. Bis zum 6. Juli werden wir nach Göteborg zurückkommen, um dann in Nya Varvet den neuen Mast stellen zu lassen.

Aquamarin ohne Rigg und Segel im Nya-Varvet Hafen vor dem Start nach Trollhättan und zum Vänernsee

Heute soll es nun endlich in einer ersten Etappe über die Göta älv und den Trollhättan-Kanal bis nach Trollhättan weiter gehen! Um 9:40 Uhr legen wir im Nya Varvet-Hafen von Göteborg ab. Es ist heiter, jedoch mit 17°C ein wenig zu kühl.

Nach einer guten Stunde Fahrzeit passieren wir die Bohus-Festung bei Kungälv.
Während der dänischen Herrschaft wurde sie vierzehn Mal von den Schweden erfolglos belagert

Der Trollhättankanal folgt auf seinen ersten 82 km dem natürlichen Lauf der Göta älv

Um 15.45 erreichen wir nach 35,5 sm während eines starken Regenschauers die erste und älteste Schleuse des Trollhättankanals bei Lilla Edet (ohne Foto). Sie hebt uns und unser Boot ohne weitere Wartezeit problemlos über sechs Meter in die Höhe.

17.30 Uhr: Wir stehen vor der Schleusentreppe von Trollhättan, die mit den 4 Schleusen aus dem Jahr 1916
mehr als 32 Meter überwindet. Bereits wenige Minuten später wird für uns geöffnet

In der Schleuse Nr. 1

Einfahrt in die Schleuse Nr. 2

Weiter geht es in die Schleuse Nr. 3 und ...

in die Schleuse Nr. 4

Geschafft, wir haben weitere 32 Meter erklommen ...

... und bezahlt haben wir auch (775 SEK für insgesamt sechs Schleusen)

Weiter geht es durch den engen Bergkanalen, der angelegt wurde, um die Trollhättan-Wasserfälle zu umfahren

um schließlich im Gasthafen von Trollhättan, in einer hübschen Parkanlage auf der Halbinsel Spikö gelegen,
gegenüber der Innenstadt fest zu machen.

Sonntag, 15. Juni 2008

Am Sonntag ist es wechselnd bewölkt, ab und zu gibt es kurze Regenschauer, wenn die Sonne durchkommt wird es sogar warm. Ich hole um 09.30 Brötchen. Wir frühstücken ausgiebig und machen uns dann mit unseren Fahrrädern auf den kurzen Weg in die Innenstadt. In der Fußgängerzone sind die Einkaufszentren, wie in Schweden üblich, auch am Sonntag geöffnet.

Nach dem "Preise sichten" fahren wir zu den trockengelegten Trollhättan-Wasserfällen, die von Juni bis August jeden Sonnabend um 15.00 Uhr geöffnet werden. Auf unserer Rücktour vom Vänernsee wollen wir uns diese Spektakel nicht entgehen lassen. Anschließend besuchen wir noch das Vattenfall-Informationszentrum zu den technischen Details der gebändigten Wasserfälle.

Einmal wöchentlich werden die Wehre geöffnet.
Dann donnern 300.000 Liter Wasser pro Sekunde die trockengelegten Wasserfälle hinunter.

Richtig beeindruckt hat uns dann der Besuch des Gamle Dal`n Parks, einer hügeligen Parkanlage mit seinen Schleusenanlagen von 1800, 1844 und den von uns genutzen vier Schleusen von 1916. Was da in den letzten zweihundert Jahren mit welchen Kraftanstrengungen in die Felsen gesprengt wurde, ist unglaublich. Viel Zeit nehmen wir uns für das Kanalmuseum. Dort lassen wir uns erst einmal durch einen sehr interessanten Film (deutsch) über die historischen Abläufe informieren.

 

Im Kanal-Cafe` hüpfen uns einige freche Rabenvögel fast auf den Kuchenteller. Wir sind begeistert!

Wieder zurück in der Stadt erleben wir einen schier endlosen und sich im Schritttempo durch die Straßen bewegenden Autocorso. In den offensichtlich bevorzugten Cabrios oder gern auch aufgemotzen Oldtimern saßen festlich gekleidete und Sekt trinkende junge Menschen, die vom Publikum immer wieder mit Aplaus bedacht wurden. Wir nahmen an, dass es sich um eine Schulabschlussveranstaltung handeln würde, der Montagszeitung nach muss es sich jedoch um den traditionellen Vorspann zu einem festlichen Universitätsball aus Anlass des Semesterendes gehandelt haben. Eine hübsche Idee.

 

Montag, 16. Juni 2008

Auch heute ist es wechselnd bewölkt und ab und zu gewittert es. Ich hole wieder Brötchen zum Frühstück. Anschließend bringen wir Bettinas Fahrrad in die Werkstatt, offensichtlich ist ein Naben-Kugellager gebrochen. Es kann erst um 17.00 Uhr wieder abgeholt werden, so dass wir gezwungen sind, noch einen Tag in Trollhättan dran zu hängen. Da uns niemand treibt, ist das kein Problem für uns. Angesichts des nicht gerade hochsommerlichen Wetters kommt uns dies sogar gelegen. Ich nutze den Tag, um mein eigenes Rad ebenfalls zu überholen. Ansonsten sind wir mehrmals im Stadtzentrum einkaufen und ehe man sich versieht ist auch dieser Tag schon wieder herum.

Dienstag, 17. Juni 2008

Der Tag startet sonnig und in der Sonne ist es angenehme warm. Wir legen um 10.30 in Trollhättan ab und sind um 11.40 an der Brinkeberschleuse, die wir zügig passieren. Jetzt sind wir 44 Meter über dem Ostseeniveau und damit auf Höhe des Vänern! Kurz vor der Schleuse kreuzt ein schwimmendes Reh unseren Weg. Das sieht man auch nicht alle Tage.

Ein Reh schwimmt unmittelbar vor unserem Bug

Die letzte Schleuse vor dem Vänernsee

Um 12.40 sind wir auf dem Vänern, nachdem wir vorher an einer Eisenbahnbrücke in Vänersborg längere Zeit aufgehalten wurden. Der riesige See liegt wie ein Binnenmeer vor uns. Es tröstet uns, dass sich kein Lüftchen regt und wir in jedem Fall erst einmal motoren müssten. Unser Tagesziel ist der Ekens-Schärengarten, ca. 35 sm von Vänersborg entfernt. Über unsere Vänernrundreise berichten wir dann im nächsten Logbuchauszug.

 

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