Bagenkop bis Frederikshavn

Montag, 26. Mai 2008

Um 11.40 Uhr legten wir in Burgtiefe ab. Der Deutsche Wetterdienst sagte NE 5, in Böen 7 Bft, voraus, so dass wir uns sicherheitshalber erst einmal den Hafen Orth auf Fehmarn als Etappenziel aussuchten. Als wir innerhalb kürzester Zeit die Fehmarnsundbrücke passierten war jedoch schon klar, dass Orth heute nicht infrage kam. Neues Tagesziel wurde jetzt der Fähr-, Fischer- und Sportboothafen Bagenkop auf der dänischen Insel Langeland, im dem wir dann auch nach kurzen 4:50 Stunden und 34,1 Seemeilen um 17.30 Uhr festmachten. Bei einem gemäßigten Am-Wind-Kurs von etwa 60 - 70° betrug die Fahrt über Grund selten unter 7, dafür ab und zu auch mal über 9 Knoten.

Nach dem frugalen Abendessen und etlichen Glas Rotwein schauten wir uns (auf dem Laptop) noch den Spielfilm "Keinohrhasen" an. Trotz einiger lustiger Passagen konnten alle drei Zuschauer diesem Film nicht allzuviel abgewinnen.

Die großzügige Hafenanlage

Ferienhäuser zwischen Strand und Hafen Bagenkop

 

Dienstag, 27. Mai 2008

Diesmal sagte der DWD NE-E 4-5 Bft voraus, strahlender Sonnenschein inklusive. Wir hatten uns für den Abend mit Klaus und Clementine in Faaborg auf der Insel Fünen verabredet. Sie waren seit einer guten Woche mit ihrem gecharterten Vereinsboot Terra Samba unterweg. Für uns ein ideales Ziel mit schnellem Halbwindkurs, für Klaus, aus dem kleinen Belt kommend nicht ganz so komfortabel.

Wir legten um 11.15 Uhr in Bagenkop ab, nachdem eine Maschinenwerkstatt das Ventilspiel unseres Diesels kontrolliert (war nach mehr als 1.000 Motorstunden fällig) und nichts nachzustellen hatte. Es wurde ein Traum-Segeltag durch die dänische Südsee, es passte einfach alles. Bereits um 15.40 Uhr und nach 28,8 Seemeilen machten wir in Faaborgs Stadthafen fest und starteten sofort eine erste Begehung bzw. Befahrung des hübschen kleinen Städtchens. Am frühen Abend traf dann auch Klaus mit seiner Crew in Faaborg ein. Nach einem gemeinsamen Anlegebier ging es dann nochmals ins Städtele, diesmal zum Essen.

Aquamarin im Stadthafen von Faaborg

Hans-Joachim und Klaus am Plotter

Abendstimmung in Faaborg

Mittwoch, 28. Mai 2008

Der strahlend schöne Tag mit Starkwind aus E-lichen Richtungen begann mit frischen Brötchen, von Clem ins Cockpit von Aquamarin geliefert. Nach dem Frühstück testeten Bettina und ich das dänische Gesundheitssystem. Zuerst eine Gemeinschaftspraxis in Faaborg und anschließend das imponierende Klinikum in der 40 km entfernten Inselhauptstadt Odense, der Stadt Hanns-Christian Andersens. Ohne einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, wir waren jedenfalls beeindruckt. Im übrigen haben wir durch Taxi-Hinfahrt und noch mehr durch die Bus-Rückfahrt auf verschlungenen Wegen ein schönes Inselerlebnis. Uwe hatte sich inzwischen weitergebildet und ein Kirchenkonzert besucht.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Auch heute wieder Sonne pur. Dazu Wind aus SE-E um 4 Bft, laut Vorhersage etwas zunehmend. Als wir um 10.10 Uhr ablegten, hatten wir dann eher E-NE-Wind, was dann auf unserem Tagesweg zu Halbwind- bis Amwind-Kursen führte. Nach 37,5 Sm starteten wir gegen den Wind in der Nähe der Middelfahrtbrücke für die letzten 6 Sm den Motor. Das dort aus dem kleinen Belt aufgrund der langen Ostwindphase mit 3-4 Knoten ausströmende Wasser der Ostsee stand gegen den Wind, was zu starken Stromkabbelungen führte. Man hatte den Eindruck, das Wasser kocht.

Um 17.00 Uhr legten wir nach 43,5 sehr schönen Tagesseemeilen im Yachthafen des Industriestandortes Fredericia an... und waren enttäuscht. Ein wenig baufällig und ohne jede Atmosphäre. Die Stadt ist mehrere km entfernt. Von einer Radtour brachten wir die Erkenntnis mit, dass wir nicht unbedingt nochmals dort hin müssen. An einigen Stellen wurden wir stark an unsere langjährige Wahlheimat Leverkusen erinnert. Fotos haben wir heute nicht gemacht.

Freitag, 30. Mai 2008

Nur der Ordnung halber: Sonne pur, dazu E-liche Winde um 4 Bft, diesmal laut Vorhersage etwas abnehmend. Um 09.40 Uhr starten wir den Motor, den wir heute häufiger als bisher brauchen. Hatten wir bisher von insgesamt 106,4 Sm lediglich 9,0 Sm gemotort, bringen wir es heute auf 23,5 gesegelte und 18,6 Motormeilen, als wir um 16.20 Uhr in dem niedlichen Inselhafen Tunö anlegen. Den Hafen kannten wir bisher nicht.

Inselhafen Tunö, im Hintergrund die Steilküste Samsös

Originell, Kirche und Leuchtturm kombiniert

Darauf muß man erst einmal kommen

Nordküste nahe dem Hafen

Die Leuchtturmkirche aus der Ferne

Überbelichtete Weinstimmung im Cockpit

Sonnabend, 31. Mai 2008

Viel heiß und nur leichte Winde aus E-SE lassen segeltechnisch nichts gutes ahnen, als wir um 10.45 die Insel Tunö verlassen und weiter Richtung Norden starten. Tatsächlich schaffen wir es nur 7,4 Sm zu segeln, bei 26,6 Motormeilen. Wir steuern deshalb nach 34,0 Sm Grenaa an, das seit unserem letzten Besuch erstaunlich aufgerüstet hat. Hafen und Umgebung, insbesondere der kilometerlange Dünen-/Sandstrand können sich sehen lassen. Inzwischen sind wir bereits auf 56° 24,188 N, was eine knappe Stund mehr Tageslicht als in Göttingen mit sich bringt. Bettina und ich machen eine 25 km lange Radtour durch eine phantastische Landschaft. Wir sehen Grenaa jetzt mit ganz anderen Augen als vorher.

Im Hafen von Grenaa

Und wieder geht ein (sehr) schöner Tag zu Ende

Sonntag, 01. Juni 2008

E-SE um 3 Bft und einmal mehr strahlend blauer Himmel. Die Wassertemperatur im Kattegatt nähert sich der 18°-Marke. Wir verlassen Grenaa um Punkt 10.00 Uhr. Die ersten 40 Sm können wir noch gut segeln, dann schläft der wind jedoch ein. Nach weiteren 21 Sm unter Motor legen wir um 19.00 Uhr in Saeby, 57° 20,0 N, an und finden hier einen interessanten Ort mit einer sehr schönen Umgebung. Daneben hat der Hafen ein super W-Lan-Netz, was uns u.a. etliche kostenlose Skypeanrufe, auch mit Video-Bildern, nach Deutschland ermöglicht.

Das Abendessen wir auf der Hafenpromenade eingenommen

Hafen Saeby

Montag, 02. Juni 2008

Nach ausgiebigem Frühstück, Stadtbesichtigungen und Radfahrten in die nähere Umgebung sind wir von Saeby überzeugt. Der Hafen kann weiter empfohlen werden. Ungern starten wir deshalb zur nächsten Etappe,die lediglich über 6,8 Sm nach Frederikshavn führt. Zu diesen 6,8 Sm hatten wir gestern abend keine Lust mehr. Es ist wieder sehr warm, ich mag es kaum noch niederschreiben.

Der Sportboothafen von Frederikshavn ist zwar ca. 2,5 km von der Innenstadt entfernt, sehr preiswert, hat alle notwendigen Einrichtungen, auch hier ein kostenloses Hafennetzwerk und bietet als Clou seinen Gästen kostenlos Fahrräder an. Das nutzen wir sofort aus. Nachdem die Innenstadt erkundet wurde, klärt Uwe am Bahnhof seine für morgen geplante Rückfahrt nach Göttingen. Die Karte kostet lediglich ca. 65 €. Ob das mit rechten Dingen zu geht? Anschließend geht es zum Palmenstrand am Kattegatt, der Südseefeeling aufkammen läßt.

 

 

Dienstag, 03. Juni 2008

Nach einem netten letzten Abend gemeinsam mit Uwe wird heute das Frühstück bereits vor sieben Uhr eingenommen. Uwe verabschiedet sich um 08.00 Uhr -wieder mit großem Gepäck-, als die bestellte Taxe anrollt. Es waren schöne gemeinsame Tage, die wir gern in erinnerung behalten.

Nachdem uns Uwe verlassen hat, radeln wir ebenfalls zum Bahnhof und fahren per Zug ins etwa 40 km entfernte Skagen, um doch noch den Ort zu sehen, in dem sich die Ost- und die Nordsee treffen.

Teil des riesigen Hafens von Skagen

Grenen: Hier stoßen Kattegatt und Skagerak aufeinander

 

Mit dem rechten Bein in der Nordsee, links stehe ich noch in der Ostsee

Frisch vom Fischkutter

Und hier sind wir richtig an der Nordsee

 

Mittwoch, 03. Juni 2008

Aufgrund der Wetter- (bleibt sommerlich) oder genauer der Windprognose, bleiben wir heute noch in Frederikshavn, da morgen unter Umständen bei SE-lichen Winden eine Überfahrt nach Schweden unter Segeln möglich sein wird. Am Vormittag steht die Säuberung des Bootes an, und zwar innen und außen. Nachmittags geht es dann u.a. zum Einkauf und zum Eisessen in die Fußgängerzone und Abends sind wir beim Stadtfest im der Fußgängerzone dabei. Ein gelungener Tag. Und jetzt freuen wir uns auf Schweden,

 

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